Ehrenamtliches Projekt: Edermünder Bürgerbus kommt nach Bedarf

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Sie steuern den Edermünder Bürgerbus: Mehr als 20 ehrenamtliche Fahrer (im Bild nur ein Teil von ihnen) machen es möglich, dass an drei, demnächst vier Tagen der Woche Menschen aus Edermünde, die selbst nicht mehr mobil sind, zum Einkaufen, zum Arzt oder Frisör gelangen können.

Edermünde. Weil sich 20 Männer und Frauen ehrenamlich engagieren, gibt es in Edermünde seit 2010 den Bürgerbus. Wer nicht mehr mobil ist, wird gefahren.

„Wir sind günstig, kundenorientiert, flexibel, schnell und bürgernah.“ Was wie der Slogan einer modernen Dienstleistungsfirma klingt, ist für die Fahrer des Edermünder Bürgerbusses eine Selbstverständlichkeit. Die mehr als 20 Männer und Frauen betreiben ehrenamtlich das Projekt Bürgerbus, das heißt, sie bieten an drei Tagen der Woche für Menschen aus ihrer Gemeinde, die nicht mobil sind, einen Fahrdienst an.

„Das Leben für den Einzelnen, der nicht selbst fahren kann, soll weiterhin selbstbestimmt sein“, sagt Anita Klitsch vom Seniorenbüro der Gemeinde. Von Kindern, die wenig Zeit haben, wissen viele zu erzählen, von der Angst, abhängig zu werden vom guten Willen anderer, wenn man mal zum Arzt muss oder zum Frisör. Oder einfach nur zum Einkaufen.

In all diesen Fällen springt der Bürgerbus ein: Er wird von den freiwilligen ehrenamtlichen Helfern gefahren, die einen tollen Service bieten: Jeder wird zu Hause abgeholt und dorthin zurückgefahren.

Irmgard Cnyrim

Dank des Zweckverbandes mit Baunatal werden seit 2016 auch Fahrten zu Arztbesuchen ins nahe Baunatal aufgenommen, bisher nur montags, demnächst, vermutlich ab Mai, auch dienstags.

Dann fährt der Bus an vier Tagen: Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitagvormittag.

Unverzichtbar für die Nutzung des Busses: Man muss sich rechtzeitig anmelden. Auch das, die Disposition und die Annahme der Wünsche, übernehmen freiwillige Helfer, zum Beispiel Irmgard Cnyrim. Immer am Dienstag- und Donnerstagvormittag können die Fahrtwünsche telefonisch im Seniorenbüro der Gemeinde im Rathaus angemeldet werden. Ganz kostenlos ist der Service nicht: Die einfache Fahrt kostet innerhalb von Edermünde 50 Cent, bis nach Baunatal einen Euro. Dafür kann man die Rückfahrt, etwa nach einem Arzttermin, auch erst dann bestellen, wenn man wieder nach Hause will. Der Bus verfügt über ein Telefon, der Fahrer ist erreichbar.

Etwa einmal im Monat ist jeder der eingetragenen Fahrer an der Reihe und dann von morgens 9 bis nachmittags 17.30 Uhr unterwegs. Warum sie das machen? Man möchte der Gemeinde etwas zurückgeben, sagt der eine; der zweite sieht sein Engagement als Wechsel auf die Zukunft: Man werde ja selbst älter und sei später auf die Hilfe anderer angewiesen.

Der Bedarf für einen solchen Fahrdienst sei vorhanden, da sind sich alle einig. „Es könnten noch mehr sein“, meint Hans-Jürgen Grunewald, einer der Fahrer. Häufig fahre er dieselben Leute.

Manche trauten sich wohl nicht. Er fordert die Edermünder auf, das Angebot zu nutzen und sich anzumelden. Schließlich fahre der Bürgerbus für alle.

Es sei toll, dass sich so viele beim Bürgerbus einsetzten für andere, sagt Bürgermeister Thomas Petrich. Es beweise, dass man gemeinsam viel erreiche.

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