Straßen vorübergehend gesperrt

Gefährlicher Schulweg: Verkehr an Ernst-Reuter-Schule in Edermünde wird neu geregelt

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Übergangslösung: Die Schilder für die Sperrungen werden in den nächsten Tagen aufgestellt, die neue Verkehrsführung gilt dann ab Donnerstag.

260 Kinder müssen täglich zur Ernst-Reuter-Schule in Edermünde. Damit der Weg sicherer wird, sind einige Straßen ab Donnerstag gesperrt. 

Als Katastrophe und Stress für alle Beteiligten, so beschreibt Christina Semmelroth die Verkehrssituation an der Ernst-Reuter-Schule in Edermünde. Zusammen mit anderen Eltern gründete sie vor rund eineinhalb Jahren eine Arbeitsgruppe, um den Schulweg für die 160 Grundschüler und die 100 Kinder des Kindergartens Villa Kunterbunt sicherer zu machen. 

Nach einer Sondersitzung des Bauausschusses im August gibt es ab Donnerstag einige Änderungen. Damals forderten Eltern von Schul- und Kindergartenkindern sowie die jeweiligen Leitungen eine Verbesserung.

Erstmals habe es in der Sitzung seitens der Polizei ein deutliches Zeichen in der Angelegenheit gegeben, sagte Bürgermeister Thomas Petrich in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter am Montag in Besse. „Die Verkehrssituation ist in dieser Form nicht mehr tragbar“ – so habe die Einschätzung des Verkehrsdienstes Schwalm-Eder gelautet.

Um den Verkehr auf dem Wegenetz rund um die Schule sicherer zu machen, werden ab Donnerstag einige Wege streckenweise gesperrt. Die neue Verkehrsführung sieht dann so aus: Die Wege aus und nach Holzhausen und Haldorf werden für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Die Zufahrt zur Schule ist ausschließlich über den Wirtschaftsweg oberhalb des Grifter Friedhofs erlaubt, der zur Einbahnstraße wird. Die Ausfahrt erfolgt ausschließlich in Richtung Grifte auf die L3221 (in beide Richtungen).

Viele Kinder wollen zu Fuß zur Schule 

Dort sind allerdings auch viele Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs zur Schule. Deshalb wird für sie ein gesonderter Fahrbahnbereich markiert, damit die Kinder wissen, wo sie entlanglaufen können. Die Wege von Holzhausen-Hahn und Haldorf sind mit der neuen Verkehrsführung dann komplett autofrei. Das Ordnungsamt wird in den kommenden Wochen verstärkt kontrollieren, heißt es von der Gemeinde.

Das sei eine Übergangslösung, betonte Petrich. „Wir müssen eine dauerhafte Lösung finden mit dem Ziel, den Fahrzeugverkehr von Fußgängern, Radfahrern und Kindern zu trennen.“ Eine Ausnahme von der Sperrung gilt für die Landwirtschaft, und das ist auch gut so, sagt Semmelroth: „Uns war es wichtig, keine Konflikte mit Landwirten zu schüren.“

Für die Arbeitsgruppe sei die neue Verkehrsführung ein erster akzeptabler Schritt nach vielen Gesprächen mit der Gemeinde. Der gefährliche Schulweg sei seit zehn Jahren Dauerthema unter den Eltern. Langfristig wünscht sich die Gruppe, einen Feldweg hinter der Schule Richtung Holzhausen auszubauen und in beide Richtungen befahrbar zu machen. Der jetzige Weg von Grifte aus könnte mit einer Sondergenehmigung genutzt werden, etwa von Eltern mit Krippenkindern.

Schmale Wege führen zu gefährlichen Situationen 

Ein besonderes Problem vor Ort sind die gerade mal knapp drei Meter breiten Wege. „Es kommt dort jeden Tag zu gefährlichen Situationen“, berichtet Semmelroth. „Kinder springen teilweise ins Feld, wenn Autos von vorne und von hinten vorbeifahren.“

Viele Eltern in der Arbeitsgruppe haben den Wunsch, dass ihre Kinder zur Schule laufen oder mit dem Fahrrad fahren, sagt Semmelroth. „Doch das ist mit der jetzigen Situation einfach zu gefährlich.“ Ein Problem ist auch, dass Eltern von Kindergartenkindern mit dem Auto fahren und auch für einige Zeit vor Ort parken müssen. „Unter dreijährige Kinder können schließlich nicht den teilweise eineinhalb Kilometer langen Weg laufen.“ Doch der Parkplatz sei verständlicherweise schnell überfüllt, wenn Lehrer und Erzieher dort parken.

Ob und wie der Verkehr dauerhaft entkoppelt werden kann und wie viel Geld es dafür braucht, wird in den nächsten Monaten von den Gemeindegremien diskutiert und beschlossen, hieß es in der Sitzung am Montag.

Wie schnell der Schulweg zur Gefahr werden kann, hat erst am Dienstag eine siebenjähriger Junge in Kassel erlebt: Der Grundschüler war im Kasseler Stadtteil Harleshausen auf dem Weg zur Schule, als er von einem Auto angefahren und verletzt wurde. Der Fahrer hatte den Jungen zwischen parkenden Autos nicht gesehen.

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Kommentare

Jonas1209
(1)(0)

Fahren keine Busse von den Ortschaften die Schule an?

Somit fördert man ja das bekannte Elterntaxi.

Emma GlückAntwort
(0)(0)

Je nach Wohnort machen sie das vielleicht auch.

Gut_so
(1)(0)

Da sollen doch die Lehrer und Erzieher mal mit gutem Beispiel vorangehen und an Ihren Arbeitsplatz laufen.

Kommentare

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