Den Dorfkern stärken

Gemeinde Edermünde will Hof Berninger in Besse kaufen

+

Die Entscheidung über den Grundstückskauf fand hinter verschlossenen Türen statt, doch über das Ergebnis soll gesprochen werden – denn der Edermünder Ortsteil Besse wird sich verändern. Die Gemeindevertreter haben sich einstimmig dafür ausgesprochen, den Hof Berninger in der Dorfmitte zu kaufen.

Dort sollen Räume für Vereine geschaffen werden und als weitere Nutzung sei von einem Ärztehaus über Tagespflege, Direktvermarktung, Gastronomie, Büros bis hin zu einer Regionalküche vieles möglich, erklärt Bürgermeister Thomas Petrich. 

Doch werde man das Gelände nicht von heute auf morgen entwickeln. Erstmal bleibe alles so, wie es ist. Grund dafür: In dem Haus lebt noch die einstige Eigentümerin, ihr wurde ein lebenslanges Wohnrecht eingeräumt.

Über die Höhe des Kaufpreises äußert sich Petrich nicht

„Wir haben keine Eile, müssen uns aber schon jetzt Gedanken darüber machen, wie das zentrale Gelände in zehn bis 20 Jahren aussehen und genutzt werden soll und welchen Bedarf es perspektivisch in Besse gibt“, sagt Petrich. 

Denn Aktivitäten am Dorfplatz seien jetzt schon schwer vorstellbar, ohne die Hofanlage miteinzubeziehen. „Er ist mitten im Ort und wenn Feste gefeiert wurden, durften Vereine dort auch schon ihre Verkaufsstände aufstellen“, erklärt Petrich.

Ein sehr gutes Kaufangebot der Erbengemeinschaft habe schließlich dafür gesorgt, dass die Gemeindevertreter sich für den Kauf entschieden hätten. Über die Höhe des Kaufpreises äußert sich Petrich nicht – die Gemeindevertreter entschieden in nicht-öffentlicher Sitzung.

„Wir werden alle Vereine einbeziehen“

Wie das 1800 Quadratmeter große Grundstück und die Gebäude einmal genutzt werden sollen, ob die Bausubstanz erhalten bleiben kann oder in Teilen eine Neubaulösung her müsse, darüber wolle man mit möglichst vielen Menschen in Besse ins Gespräch kommen.

„Wir werden alle Vereine einbeziehen“, sagt Petrich. Denn immer wieder hätten Vereine mit Raumnot zu kämpfen, sagt Petrich. Teilweise habe man Lösungen finden können, andere befänden sich noch in der Schwebe. „Wir müssen auch den zukünftigen Bedarf analysieren.“

Außerdem sei es wichtig darauf zu achten, dass keine Konkurrenzsituation zu bestehenden Einrichtungen – wie zum Beispiel zu Arztpraxen – entstehe.

Allerdings müsse auch vorausschauend geplant werden: „Wird es in zehn Jahren noch einzelne Landärzte geben? Oder geht der Trend zu Zusammenschlüssen?“ Diese und weitere Fragen müsse man diskutieren und die besten Antworten für Besse finden, so Petrich. 

Nicht geeignet sei aber wohl die Wohnnutzung. „Wenn Vereine dort Räume haben und öfter Veranstaltungen darin stattfinden, kann es zu Interessenskonflikten kommen“, erklärt Thomas Petrich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.