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Glasfaserausbau in Edermünde: Ärger über Schlaglöcher

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Von: Daniel Seeger

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Edermündes Bürgermeister Thomas Petrich neben einem der vielen offenen Gehwegen nach dem Glasfaserausbau in der Gemeinde.
Edermündes Bürgermeister Thomas Petrich neben einem der vielen offenen Gehwege nach dem Glasfaserausbau in der Gemeinde. © Daniel Seeger

Viel los war nicht bei der Bürgerversammlung am Montagabend im Edermünder Ortsteil Besse. Dabei hatte Bürgermeister Thomas Petrich durchaus einige wichtige Themen auf der Agenda. Zum Beispiel den Glasfaserausbau.

Glasfaser

„Bis Weihnachten lief es wirklich gut“, sagte Bürgermeister Thomas Petrich über den Glasfaserausbau in Edermünde. Doch dann geriet er ins Stocken. Die Gemeinde hatte sich kürzlich mit einem offenen Brief an die Deutsche Glasfaser (DG) gewandt.

Auch wenn mittlerweile viele Haushalte mit schnellem Internet versorgt sind – rund fünf bis zehn Prozent der Anschlüsse funktionieren derzeit noch nicht. Wirklich gravierend aber sei die Verzögerung beim Ausbessern der Straßen, so Bürgermeister Petrich. „Nach unseren Informationen ist derzeit ein Bautrupp in der Gemeinde unterwegs.“ Das reiche jedoch bei Weitem nicht aus, um die durch den Glasfaserausbau entstandenen Schäden zeitnah auszubessern. „Wenn die so weiter machen, wird es noch zwei Jahre dauern, bis alles fertig ist“, sagte Petrich. Ein Zustand, den die Gemeinde nicht hinnehmen könne.

Das Problem existiert aber nicht nur in Edermünde. „Auch andere Kommunen sind betroffen.“ Edermünde wolle den Druck auf die DG weiter hochhalten, denn die Löcher in den Straßen seien ein Problem, ihretwegen seien schon Bürger gestürzt. „Die Haftung liegt zwar bei der Deutschen Glasfaser, aber das ist ein mühseliger Prozess.“

Bauen

„Die Bauprojekte laufen eher zäh“, berichtete Petrich. Neben den grundsätzlichen Problemen bei den Lieferketten durch Corona und den Ukraine-Krieg gibt es auch spezifische Probleme. Auch die steigenden Preise träfen die Gemeinde.

Zwei große Neubauprojekte gibt es derzeit in Edermünde: Die Kitas in Grifte und Besse. Während das Gebäude in Grifte wahrscheinlich im Oktober bezugsfertig sein wird, gibt es eine erhebliche Verzögerung in Besse – „es wird definitiv 2023“, so Petrich. Die Gemeinde habe sich vom Estrichleger trennen müssen, der die Arbeit eingestellt hatte und nicht wieder auf der Baustelle auftauchte. Ähnliche Probleme gebe es mit dem beauftragten Maler.

Beim Radweg von Grifte nach Haldorf hatte die ausführende Firma mit hohen Asphaltpreisen zu kämpfen, die sich in kurzer Zeit verdreifacht hatten. Die Mehrkosten übernimmt das Land. Ebenfalls verzögert seien die Servicewohnen-Bauprojekte in der Teichstraße Besse und beim Hof Werner in Grifte. Während es in Besse bei der Erstellung des Konzepts noch Verzögerungen gebe, stünden beim Projekt in Grifte noch Gespräche über mögliche Förderungen mit der Denkmalschutzbehörde an.

Gewerbepolitik

Nach dem Aus für den Neubau einer Logistikhalle des Discounters Lidl müsse man davon ausgehen, dass das Unternehmen den Standort wechseln werde, so Petrich.

Der Bürgermeister sieht den verhinderten Bau der Halle mit gemischten Gefühlen. „Es ist klar, dass die Größe der Halle grenzwertig gewesen wäre“, dennoch werde dieser Standortwechsel für einen Rückgang bei der Gewerbesteuer sorgen. Die Gemeindevertretung müsse nun Ziele für die Gewerbepolitik definieren. Es gehe dabei um Fragen, wie man welche Branchen ansprechen sollte.

Dann könne man konkret mit Firmen reden. Denn: Zurzeit gebe es in Edermünde keine freien Gewerbeflächen – aber durchaus Anfragen von Unternehmen. Von großen Logistikern bis zu kleinen Handwerksbetrieben.

Sonstiges

Petrich dankte allen Ehrenamtlichen, die beim Bau des Mehrgenerationenspielplatzes geholfen haben. Der sollte eigentlich schon vor zwei Jahren eingeweiht werden, aber dann war die Pandemie dazwischengekommen. Ebenso dankte der Bürgermeister den Menschen, die Wohnungen für Geflüchtete aus der Ukraine bereitgestellt haben und sich weiterhin für die Menschen aus dem Kriegsgebiet einsetzen. (Daniel Seeger)

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