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Glasfaser in Edermünde: Die Straßen bleiben Flickenteppiche

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Von: Daniel Seeger

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Die Ausbesserung der Straßen nach dem Ausbau des Glasfasernetzes in Haldorf geht nur schleppend voran.
Die Ausbesserung der Straßen nach dem Ausbau des Glasfasernetzes in Haldorf geht nur schleppend voran. © Daniel Seeger

Die Ausbesserung der Straßen kommt nach dem Glasfaserausbau in Edermünde nur schleppend voran. Der Bürgermeister findet drastische Worte zur Situation.

Edermünde – Nur langsam geht es voran, wenn man in Haldorf dort mit dem Auto entlangfährt, wo Anfang des Jahres Glasfaser verlegt wurde. Zentimetertief ist die Straßendecke an einigen Stellen eingeschnitten. Das ärgert Anwohner wie Gerard Wagner, der Monate darauf warten musste, dass ein Bautrupp die Straße vor seinem Haus in Ordnung bringt. Innerhalb weniger Tage seien im Frühjahr die Kabel verlegt worden, dann habe die Baufirma Split aufgetragen. Doch der sei im August wieder abgetragen worden. „Um meine Reifen zu schonen, habe ich alte Fußmatten über die scharfen Kanten gelegt“, sagt der Pensionär.

Doch nun sind die Bauarbeiter da. Vorweg fährt ein Lkw, von dem aus die breiten Rillen mit Asphalt gefüllt werden. Im Anschluss fährt einer der Arbeiter mit einer Walze über den dampfenden Asphalt. Aber abgeschlossen sind die Arbeiten in Edermünde noch lange nicht.

Glasfaser: Edermündes Bürgermeister spricht von „Katastrophe“

„Die Situation ist sehr unerfreulich“, sagt Edermündes Bürgermeister Thomas Petrich über die Bauarbeiten in der Chattengau-Gemeinde. Und er wird noch deutlicher: „Das, was die Deutsche Glasfaser hier abliefert, ist eine Katastrophe.“

Das Telekommunikationsgesetz schreibt eigentlich vor, dass die Straßen nach dem Netzausbau „unverzüglich“ wieder instand zusetzen sind. Aus Gemeindesicht sei das nicht erfolgt. Dass die Gemeinde selbst tätig wird und die Mängel behebt, sei aber keine realistische Option. „Wir können nicht mit Steuermitteln privatwirtschaftliche Fehler ausbügeln“, so der Bürgermeister. Bei einer sogenannten Ersatzvornahme würde die Kommune in Vorleistung treten und das Geld im Anschluss einfordern, doch es bestünden Unsicherheiten. „Wir mahnen aber massiv an“, so Petrich weiter.

Zentimetertiefe Kanten müssen an etlichen Stellen beseitigt werden.
Zentimetertiefe Kanten müssen an etlichen Stellen beseitigt werden. © Daniel Seeger

Selbst wenn die Bauarbeiten nun zügiger voranschreiten sollten: Nach der Fertigstellung müsse die Gemeinde die Bauarbeiten noch abnehmen. Gut möglich, dass die ausführende Baufirma sich dann noch mal an die Arbeit machen muss, sollten weitere Mängel festgestellt werden.

Bestehende Termine würden laut Bürgermeister immer wieder abgesagt und nach hinten verschoben. Mit dem Problem ist die Gemeinde Edermünde nicht allein, daher sei man auch mit anderen Kommunen im Gespräch.

Glasfaserausbau: Gesetz schreibt „unverzügliche“ Instandsetzung der Straßen vor

Das mittels Ausschreibung engagierte Bauunternehmen habe die vereinbarten Leistungen bisher nicht vollumfänglich erfüllen können, sagt eine Sprecherin der Deutschen Glasfaser auf HNA-Anfrage. Allerdings seien alle Straßen befahrbar, „Bisher haben wir aber schon sehr viel geschafft“, so die Sprecherin. Durch den nahenden Winter würden sich die Arbeiten jedoch noch etwas verzögern. Ziel sei es, dass diese bis März abgeschlossen seien.

Auf die Frage, ob das Unternehmen die Vorgabe des Telekommunikationsgesetzes – wonach der Verkehrsweg unverzüglich wieder instandgesetzt werden soll – erfülle, sagte die Sprecherin: „Nicht nur die Schnelligkeit zählt“, es sei auch wichtig, dass die Arbeiten gut ausgeführt würden. (Daniel Seeger)

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