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Bodensanierung in Grifte: Beißender Geruch und schwarze Erde

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Von: Daniel Seeger

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Unter den schwarzen Pontons, auf denen der Geologe Michael Sieber von der HIM Altlastenbeseitigung steht, sind Planen befestigt, die bis auf den Grund der Eder reichen. Sie sorgen dafür, dass keine Schadstoffe in den Fluss gelangen.
Unter den schwarzen Pontons, auf denen der Geologe Michael Sieber von der HIM Altlastenbeseitigung steht, sind Planen befestigt, die bis auf den Grund der Eder reichen. Sie sorgen dafür, dass keine Schadstoffe in den Fluss gelangen. © Daniel Seeger

Die Altlastensanierung in Grifte am ehemaligen Bitumenwerk Dr. Riehm schreitet voran. Gebaggert wird derzeit insbesondere am Ederufer.

Grifte – Ein strenger Teergeruch zieht über die Baustelle in Grifte nahe der Eder. Haufenweise liegt teils tiefschwarze Erde in einem Zelt auf dem Gelände. In ihr befinden sich die giftigen Stoffe, die für den Geruch verantwortlich sind und die der Grund sind für die Arbeiten, die derzeit in Grifte ausgeführt werden.

Die Sanierung des Geländes der ehemaligen Bitumenfabrik Dr. Riehm am nordöstlichen Ortsrand läuft eigentlich schon seit dem Jahr 2006. Neu ist seit März, dass am Abzugsgraben zur Eder und an Teilen des Ufers gearbeitet wird. Dort wurde einst das Abwasser des Werkes in den Fluss geleitet.

Bitumenwerk Dr. Riehm: Schadstoffe belasten Boden und Ufer in Grifte

Bei den sich im Boden befindenden Stoffen handelt es sich um polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), nachrangig Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW, Diesel/Benzin) und aromatische Kohlenwasserstoffe (BTEX). „Typische Schadstoffe für eine Bitumenfabrik“, wie Michael Sieber von der HIM Altlastensanierungsgesellschaft des Landes Hessen, die Träger der Sanierung in Edermünde ist, sagt.

Mit einem Langarmbagger wird der belastete Boden abgetragen.
Mit einem Langarmbagger wird der belastete Boden abgetragen. © Daniel Seeger

Derzeit geht es bei den Arbeiten vor allem darum, das Ederufer von dem schadstoffbelasteten Boden zu befreien. Mit einem Langarmbagger heben die Arbeiter den belasteten Boden Stück für Stück vom Uferbereich in einen Kipper, der dann von einem Traktor zum Zelt gezogen wird, wo der belastete Boden bis zum Abtransport zwischengelagert wird. Ende der Woche sollen die Baggerarbeiten an der Eder abgeschlossen sein.

Doch die schwarzen Pontons und die schwimmende Ölsperre, die derzeit quer über einen Großteil des Flusses gezogen ist, werden vorerst noch bleiben. „Um das Wasser der Eder nicht zu belasten, haben wir den Bereich, der saniert wird, abgetrennt“, sagt Sieber.

Altlastensanierung in Grifte: Schadstoffe werden aus dem Wasser gefiltert

Das Wasser im abgetrennten Bereich wird von einer Filteranlage gereinigt. Über 15 Kubikmeter Wasser werden pro Stunde gefiltert und in die Eder geleitet. „Das Wasser, das wir hier einleiten, ist sauberer als das Wasser der Eder“, sagt Projektleiter Sieber.

Die Reinigung erfolgt in mehreren Stufen. Unter anderem gibt es eine Sedimentabscheidung für die Schwebstoffe, einen Sandfilter, und einen Aktivkohlefilter.

Der teils tiefschwarze, belastete Boden wird in einem Zelt zwischengelagert.
Der teils tiefschwarze, belastete Boden wird in einem Zelt zwischengelagert. © Daniel Seeger

Trotz des intensiven Geruchs der teils auch schon außerhalb des Geländes wahrnehmbar ist, müssen sich Spaziergänger oder Anwohner keine Sorgen um ihre Gesundheit machen. „Nach unseren Untersuchungen besteht keine Gefahr für die Bevölkerung“, sagt Sieber. Dennoch geht man bei der Bodensanierung auf Nummer sicher. Nicht nur in den Bereichen, in denen die Arbeiten stattfinden, sondern auch an den Grenzen des abgezäunten Geländes wird regelmäßig die Schadstoffkonzentration gemessen.

„Bei den Arbeiten im Zelt, wo der belastete Boden gelagert wird, tragen die Bauarbeiter eine Maske“, sagt Sieber. Denn obwohl die Schadstoffbelastung in der Luft gering ist, kann der beißende Geruch Kopfschmerzen verursachen.

Für die zumeist sechs Arbeiter, die sich hier um die Sanierung des Bodens kümmern, geht es nur über eine Schleuse in den Baustellenbereich. So soll sichergestellt werden, dass Schadstoffe nicht nach draußen gelangen können.

Ende der kommenden Woche soll dann der Bereich an der Eder mit unbelastetem Boden aufgefüllt werden – vorausgesetzt es läuft weiter alles reibungslos. „Derzeit liegen wir mit unseren Arbeiten im Zeitplan“, sagt Michael Sieber. Bis die Arbeiten im Bereich des Abzugsgrabens abgeschlossen sind, werde allerdings noch einige Zeit vergehen. „Der Abschluss ist für Mitte/Ende September geplant“, so Siebert.

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