Noch mehr Belastung durch Lückenschluss zur A5

Holzhäuser protestierten gegen Lärm auf der A49

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Kämpfen seit Jahren für einen angemessenen Lärmschutz: Vorne von links sind die Gründungsmitglieder der Interessengemeinschaft Jörg Dittmar, Klaus Kroschewski, Günther Schumann und Klaus Neve. Auch Vertreter der Bürgerinitiativen Bad Hersfeld sowie Zierenberg und Habichtswald vom Aktivbündnis Lärmschutz waren vor Ort.

Holzhausen. Am Tag gegen den Lärm kamen etwa 60 Menschen in Holzhausen zusammen, um ihren Unmut kundzutun. Sie sind den Krach leid und reden Klartext. 

Es war ungewöhnlich ruhig am offiziellen Tag gegen Lärm in Holzhausen. Das lag jedoch nur an einer Vollsperrung auf der A 49, die einige Mitglieder der Interessengemeinschaft Lärmschutz A 49 (IgL) im Stau festhielt. Trotzdem trafen sich rund 60 Einwohner am lautesten Punkt im Edermünder Ortsteil, direkt an der Autobahnbrücke. Unter dem Motto „Wir sind es leid!“ wurde Klartext geredet.

„Die machen mit uns, was sie wollen“, machte einer der Teilnehmer seinem Unmut Luft und spielte damit auf den neusten Rückschlag für die Edermünder an. Hessen Mobil hatte vor kurzem das Tempolimit von 100 Stundenkilometern zwischen den Anschlussstellen Edermünde und Baunatal Süd aufgehoben. Die Begründung: Nachdem im vorigen Jahr ein lärmmindernder Asphaltbelag aufgebracht wurde, gäbe es keine rechtliche Grundlage für ein Tempolimit.

Krach auf A49: Neuer Asphalt nur zwei Dezibel leiser

Doch dieser ist kein richtiger Flüsterasphalt und nur zwei Dezibel leiser. Daher leiden die Anwohner nach wie vor unter dem Dauerkrach. So auch Heidrun und Jens Egbers, die in Sichtweite der Autobahn wohnen. „Nachts schlafen wir wegen des Lärms schlecht ein und morgens wachen wir damit auf.“

Für die IgL geht es um die gesundheitliche Zukunft des Dorfes. „Wir haben nichts gegen Autobahnen“, betonte Günther Schumann, Sprecher der IgL. Doch die Befürchtung bleibt, dass es mit dem Anschluss der A49 an die A5 noch schlimmer wird. Laut Schumann fahren zurzeit täglich 40.000 Fahrzeuge im Schnitt an Edermünde vorbei. Die IgL rechnet damit, dass sich diese Zahl nach dem Lückenschluss verdoppelt. „Zu oft wurden falsche Zahlen und Prognosen geliefert“, kritisierte er. Eine Forderung der Interessengemeinschaft lautet daher: eine aktuelle Studie mit verlässlichen und transparenten Zahlen im Auftrag des Verkehrsministers und nicht von Hessen Mobil.

Kaum Lärmsanierung auf bestehenden Strecken

Ein Dorn im Auge der Anwohner ist aber vor allem die ungleiche Behandlung. „Wir sitzen hier in der Holzklasse“, sagte Schumann. Die Menschen, die an der alten Trasse der A 49 wohnen kämpfen mit den Folgen des Krachs genauso wie Anwohner an den Neubaustrecken. Doch sie können nicht mit demselben Lärmschutz rechnen. Die Grenzwerte, die für sie gelten, sind acht Dezibel höher als an Neubaustrecken.

Dort wird außerdem viel Geld für aktiven Lärmschutz in die Hand genommen, erklärt Schumann. Bei bestehenden Strecken handele es sich dagegen um Lärmsanierung, ohne richtigen gesetzlichen Anspruch. Langfristiges Ziel der Interessengemeinschaft ist daher das Ende der Zweiklassengesellschaft. 

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