Gemeinde gibt grünes Licht

Hofreite in Grifte wird für 8 Millionen zum Multifunktionszentrum

Die Hofreite Werner in Grifte wird zum Multifunktionszentrum umgebaut.
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Die Hofreite Werner in Grifte wird zum Multifunktionszentrum umgebaut.

Zwei Jahre nachdem die Familie Wunderlich die Hofreite Werner in Grifte erworben hat, kommt Bewegung in das Projekt für Wohnen, Leben und Pflege. 

Zwei Jahre nachdem Familie Wunderlich, die aus Edermünde stammt, die Hofreite Werner in Grifte erworben hat, kommt Bewegung in das Projekt für Wohnen, Leben und Pflege. Die Edermünder Gemeindevertreter gaben in ihrer jüngsten Sitzung grünes Licht für den Entwurf des Bebauungsplanes für das Multifunktionszentrum an der Bahnhofstraße.

„Wir stehen in den Startlöchern, den Bauantrag zu stellen“, sagt Ralf Wunderlich gegenüber der HNA. Lange habe sich das Verfahren hingezogen, „doch wir wollen bis zum nächsten Sommer anfangen zu bauen“, so der Investor. Mit dem Abriss des mittleren Teils des Drei-Seiten-Hofes soll schon bald begonnen werden.

Multifunktionszentrum Grifte: Acht Millionen Euro sollen investiert werden

Steigende Baukosten schrecken die Familie, deren Kerngeschäft Neubau und Vermietung von Wohnungen in Kassel ist, nicht ab, sagt Wunderlich: „Wir ziehen es durch.“ Acht Millionen Euro will die Familie investieren. Die Summe verteilt sich auf zwei Bauabschnitte, erklärt der 65-Jährige: Zum einen die alte dreiseitige Hofreite mit Wohnhaus, ehemaligen Stallungen und Scheunentrakt, zum anderen soll auf der Freifläche hinter der Hofreite ein neues Mehrfamilienhaus entstehen. Pflege, öffentliche Nutzung und Wohnen sind die drei Säulen, auf denen das Konzept des Multifunktionshauses in Grifte basiert.

Die Details: Auf dem früher landwirtschaftlich genutzten und seit einigen Jahren leer stehendem Areal soll das alte Wohnhaus zu Gästezimmern und einer Pension umgebaut werden. Der mittlere Teil der Hofreite, die ehemaligen Stallungen, sind baufällig. Sie sollen abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Damit werde der Investor der Auflage des Denkmalschutzes gerecht. Die Drei-Seiten-Anlage des Hofes soll erhalten werden, sagte Bürgermeister Thomas Petrich während der Gemeindevertretersitzung, als er die Zeichnungen des Planungsbüros Bier (Spangenberg) erläuterte.

Multifunktionszentrum soll Café und Dorfgemeinschaftshaus beherbergen

Die alte Scheune gegenüber dem Wohnhaus – ebenfalls aus dem Jahr 1788 – soll zu einem Café mit Außenfläche auf dem Hof umgebaut werden. An den historischen Scheunentrakt soll ein neues Dorfgemeinschaftshaus (DGH) als Flachbau angebaut werden, zu dem ein 100 Quadratmeter großer Saal mit Küche und Außenfläche gehört.

Grifte erhält mit dem Umbau der Hofreite nicht nur ein neues DGH, denn hier sollen künftig auch eine neue Gemeindebücherei untergebracht werden sowie die Tagespflege der Diakoniestation Fulda-Eder mit 18 Plätzen und eine ambulante Pflege der Diakonie. Auf einer Fläche von 360 Quadratmetern entstehen in dem Quartier an der Bahnhofstraße Praxen und Büros – „dafür suchen wir noch Mieter“, sagt Wunderlich. Neue und alte Gebäudesubstanz sowie die Schwerpunkte Wohnen, Leben und Pflege sollen sich auf dem Areal ergänzen.

So wird es zwischen Bücherei und Café im mittleren, neu gebauten Fachwerkgebäude des Drei-Seiten-Hofes auch einen Durchgang zu den Wohnungen und den Parkplätzen im hinteren Areal geben. Dort soll auf der bisherigen Freifläche ein Mehrfamilienhaus mit 17 Wohnungen entstehen, die Wohnen im Alter ermöglichen. Die Wohnfläche umfasst jeweils 60 bis 110 Quadratmeter. „Unser Wunsch wäre ein generationsübergreifendes Wohnen, auch für jüngere Menschen“, berichtet Investor Ralf Wunderlich. (Kerstin Diehl)

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