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Nach Aus für Lidl Logistikzentrum in Edermünde: Bürgermeister sieht Gefahr für Finanzlage

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Von: Daniel Seeger

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Auf diesem Gelände hätte das Lidl-Logistikzentrum entstehen sollen. Weil die Grundstückseigentümer nicht bereit waren, die Flächen an den Konzern zu verkaufen, wurde aus den Plänen nichts.
Auf diesem Gelände hätte das Lidl-Logistikzentrum entstehen sollen. Weil die Grundstückseigentümer nicht bereit waren, die Flächen an den Konzern zu verkaufen, wurde aus den Plänen nichts. © Christina Zapf

Das Aus für den Neubau einer Logistikhalle des Lebensmittelkonzerns Lidl könnte schwerwiegende Konsequenzen für die Gemeinde haben. Bürgermeister Petrich fordert nun Grundsatzentscheidung.

Edermünde – Nach dem Scheitern der von Lidl gewünschten Erweiterung am Standort Edermünde (HNA berichtete) meldet sich Bürgermeister Thomas Petrich nach HNA-Anfrage in der vergangenen Woche nun in einer Mitteilung zu Wort.

Der Lebensmittelkonzern wollte auf dem Gelände an der Grifter Straße eine rund 45 000 Quadratmeter große Halle errichten. Laut dem Unternehmen wären 100 neue Arbeitsplätze entstanden. Der Verkauf scheiterte daran, dass die Eigentümer der Flächen diese dem Lebensmittelkonzern nicht verkaufen wollten. Lidl betreibt bereits eine kleinere Logistikhalle am Standort.

Wie der Bürgermeister nun betont, stünden in der Edermünder Kommunalpolitik nun dringende Grundsatzentscheidungen an, wenn für die Gemeinde schwerwiegende Probleme durch den Weggang von Lidl noch rechtzeitig vermieden werden sollen.

Schon im Sommer 2021 habe er in einem Schreiben an die Fraktionen des Edermünder Gemeindeparlaments seine Sorgen für den Fall mitgeteilt, dass Lidl in Edermünde keine Erweiterungsmöglichkeit angeboten werden kann.

Lidl-Aus in Edermünde: Bürgermeister äußert „konkrete Sorge“

„Dabei habe ich insbesondere deutlich gemacht, dass der Gemeindekasse erhebliche Gewerbesteuereinnahmen fehlen werden, wenn Lidl an einen anderen Standort in der Region umziehen sollte“, so Petrich weiter. Nach den jüngsten Entwicklungen sei diese Sorge jetzt ganz konkret.

„Wenn wir es nicht schaffen, zügig und effektiv gegenzusteuern, werden die Folgen für die Gemeindefinanzen und damit letztlich auch für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde sehr schmerzhaft sein“, warnt der Bürgermeister.

Die wirtschaftliche Situation der Gemeinde werde zusätzlich auch dadurch verschärft, dass zwei weitere wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen aus Edermünde schon nach Baunatal-Hertingshausen gewechselt seien beziehungsweise den Wechsel gerade vollziehen. Der Grund seien fehlende Erweiterungsflächen in Edermünde.

Gemeinde Edermünde verfügt nicht über freie Gewerbeflächen

Die Gemeinde verfüge aktuell über keinerlei freie Gewerbeflächen. Auch die Flächen im Bereich des schon in 2009 aufgestellten Bebauungsplanes „Lange Heideteile II“ seien fast vollständig in privater Hand und würden zurzeit landwirtschaftlich genutzt. „Anfragen von interessierten Firmen scheitern regelmäßig daran, dass die Gemeindeverwaltung allenfalls eine freundliche Willensbekundung abgeben kann.“

Konkrete und zuverlässige Angebote – wie sie von Wirtschaftsunternehmen erwartet würden – können wegen der nicht geklärten Verhältnisse nicht abgegeben werden.

Man brauche deshalb möglichst bald eine klare Richtungsentscheidung der Gemeindevertretung. Es müsse dringend entschieden werden, ob eine aktive Gewerbepolitik in Edermünde stattfinden und unter welchen Bedingungen dies geschehen soll. (Daniel Seeger)

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