Edermünde: Eltern müssen ab August für Kita-Plätze zahlen

Sie wollen über die Kita-Gebühren nochmal diskutieren: Die Eltern aus Besse, hinten von links Susanne Clobes, Markus Köpfer, Esther Beller und Volker Mander, kritisieren die plötzliche Anhebung. Vorn in der Schaukel die Kinder (von links) Romy, Finn Lucas und Lola. Foto: Lange-Michael

Besse. Die Kita-Plätze in Edermünde waren bisher kostenlos. Bürgermeister Thomas Petrich hat nun angekündigt, dass sich die dies die Gemeinde nicht mehr leisten könne. Die Eltern sind sauer.

Romy, Lola und Finn Lucas gehen gerne in ihren Kindergarten in Besse. Er heißt Vogelnest, liegt mitten im Dorf und ist einer der vier Kitas, die es in Edermünde gibt. Trotzdem sind ihre Eltern jetzt sauer: Sie ärgern sich darüber, dass für sie plötzlich und gänzlich unerwartet Betreuungsgebühren verlangt werden für die Kinder über drei Jahre.

Edermündes Bürgermeister Thomas Petrich hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass es sich die Gemeinde nicht länger leisten könne, kostenlose Kita-Plätze anzubieten, wie es seit 2011 der Fall ist. Deshalb soll ab 1. August jeder Nutzer auch zahlen.

„Was uns nicht gefällt, ist die Art und Weise der Information, teils über soziale Netzwerke wie Facebook, und die kurze Zeitspanne“, sagt Esther Beller, Mutter von Finn Lucas. Und Susanne Clobes versteht nicht, warum man „von Null auf 100“ Gebühren erhebt: „Erst gar nichts, dann plötzlich richtig hohe Gebühren, das finde ich merkwürdig“, sagte sie.

Man habe keine Zeit gehabt, sich darauf wirklich einzustellen. Für manche Eltern sei es durchaus ein Problem, ab August plötzlich bis zu 220 Euro und mehr monatlich zu zahlen.

Fehlende Flexibilität 

Auch die neue Betreuungsstruktur habe ihre Tücken, sagte Volker Mander. „Das ist zu unflexibel“, meinte er. Es gebe Eltern, die eine längere Betreuung bis 17 Uhr nur an einem Tag der Woche benötigen - das konnte man bisher dazu buchen. Künftig müsse man für den einen Tag die gesamte Woche länger buchen, das sei deutlich teurer.

Eine Betreuung in der Kernzeit (7/8 bis 12.15 Uhr), bisher frei, koste demnächst 95 bis 120 Euro pro Monat für über Dreijährige, plus 3 Euro/Tag fürs Mittagessen, sagte Susanne Clobes.

„Wir wollen natürlich auch etwas zahlen“, betonen die Eltern - aber eine stufenweise Anhebung wäre angemessener als diese plötzliche. Und sie verweisen darauf, dass es im Kindergarten Vogelnest durchaus einen Investitionsstau gebe. „Die Ausstattung ist in den anderen Kitas besser“, betonen die Eltern.

Sie haben vor, zur öffentlichen Gemeindevertretersitzung am Montag, 6. Juli,19.30 Uhr, im DGH Holzhausen/Hahn zu kommen. Dann soll die Gemeindevertretung die neue Gebührenstruktur beraten und beschließen.

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