Hofladen „Strickwerk 34“ eröffnet

Bei Katja Stein aus Grifte dreht sich alles um Wolle

Katja Stein im „Strickwerk 34“ in Grifte.
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Katja Stein im „Strickwerk 34“ in Grifte.

Bei ihr dreht sich alles um Wolle. „Selbstgestrickte Socken sind trendy geworden“, sagt Katja Stein. Vor Kurzem hat sie ihren Hofladen „Strickwerk 34“ in Edermünde-Grifte eröffnet.

Grifte – Einen Teil der Garne, die sie verkauft, färbt sie selbst von Hand. 2019 hat Stein mit ihrem Mann die fast 300 Jahre alte Schule in Grifte, Kirchgasse 2, gekauft und hergerichtet. Im März 2020 ist das Ehepaar dann mit Kater Lucky von Fritzlar nach Grifte gezogen.

Katja Stein strickt für ihr Leben gern und vergisst dabei alles um sich herum. Im Alter von sieben Jahren habe sie von ihrer Oma das Stricken gelernt. „Erst habe ich kilometerlange Schals gestrickt, bis ich mir sicher war, was rechte und linke Maschen sind“, erinnert sich Stein an die Anfänge. Dann traute sie sich, dem Vorbild ihrer Oma folgend, an Socken heran. „Meine Oma war die Sockenstrickerin schlechthin.“

Katja Stein experimentierte bei ihren Socken mit Farben, Mustern und Garnstärken. „Je aufwendiger, desto schöner werden sie und haben etwas Besonderes.“ Meist verwendet sie Merinowolle oder Merinowolle mit einem kleinen Kaschmiranteil. „Dann fühlen sie sich noch weicher an“. Schließlich entschied sie sich, ihre Wolle selbst zu färben. „Es gab keine schönen Farben für Socken“, begründet sie ihre Entscheidung. Die Wolle, die sie selbst färbt und in ihrem Laden verkauft, bezieht sie von einem Familienbetrieb in England. Für Schäfer in Deutschland lohne sich ihre Erzeugung nicht.

Stein färbt ihre Garn-Stränge mit Farbpigmenten. Diese werden mit Hitze und Zitronensäure an den Garnfasern fixiert. „Das ist die gängigste Methode.“

Die zuvor eingeweichte Wolle kommt in 90 Grad heißes Wasser mit Zitronensäure und Farbpigmenten. „Wenn das Wasser klar ist, ist die Wolle fertig.“ Die Fasern haben dann die Farbe komplett aufgesaugt. Ist der Strang getrocknet, entwirrt Stein ihn und dreht ihn zusammen. Als solid-gefärbt wird einfarbige Wolle bezeichnet, eine Semi-Solid-Färbung ist ungleichmäßig. „Wolle mit speckles – auf Deutsch ‘Farbspritzern‘ – sei der Trend unter den Strickerinnen. Denn: Wollsocken mit einem ungleichmäßigen Verlauf, am besten mit zwei unterschiedlichen Farben, erzeugen ein individuelles Muster. „Das nennt man faded (verblassen)“, sagt Stein, die auch Strickkurse an der Volkshochschule gibt. Wer dennoch möchte, dass seine Socken möglichst gleich aussehen, könne Bündchen und Ferse einfarbig stricken. „Dann sehen sie aus wie ein Paar, auch wenn sie mit handgefärbter Wolle nicht wirklich identisch sind.“ Vor ihrem Hofladen „Strickwerk 34“ würde Stein gerne noch ein Strickcafé einrichten. „Dann könnte man stricken, sich gegenseitig helfen und einen Kaffee trinken.“ Noch betreibt sie ihr Lädchen nur nebenbei an zwei Nachmittagen die Woche. Hauptberuflich arbeitet sie in einer Arztpraxis in Kassel.

Der Name „Strickwerk 34“ habe sich zum einen aus der Formulierung „Ich muss mal mein Strickwerk weglegen“ ergeben. Zum anderen stehe die 34 für die ersten zwei Zahlen der Postleitzahlen im Schwalm-Eder-Kreis. „Darauf hat mich mein Mann gebracht“, sagt Katja Stein. (Christina Zapf)

Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag von 15 bis 18 Uhr, strickwerk34.de

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