Bürgerinitiative macht gegen geplantes Lidl-Verteilzentrum mobil

Sie wollen keinen Logistik-Koloss: Bürgerinitiative gegen Lidl-Zentrum formiert sich in Edermünde

Neben dem Ratio in Baunatal soll das neue Logistik-Zentrum entstehen - unweit der A49.
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Überblick aus der Luft: In diesem Bereich könnte ein neues Lidl-Logistik-Zentrum in Edermünde entstehen. Das will die Bürgerinitiative verhindern.

Einige Edermünder wollen auf keinen Fall einen weiteren Logistik-Koloss im Gewerbegebiet beim Ratio. Lidl hat Interesse bekundet, sich zu erweitern und dort auf einem 18 Hektar großen Terrain bei Edermünde-Holzhausen ein neues Verteilzentrum zu bauen. Das passt nicht allen.

Edermünde - In Besse hat sich daher am Donnerstag die Bürgerinitiative BI Lidl gegründet. 24 Interessierte tauschten die ersten Argumente aus. In Kürze solle das erste Flugblatt erstellt und auf dem Gelände die Dimension des Baus optisch sichtbar werden.

Angeleitet von Mark Valentin (FWG) und Oliver Steyer (Grüne) formulierten die Beteiligten erste Fragen an die Gemeindevertretung. Viele Grifter waren unter den Teilnehmern. Die Belastung durch zunehmenden Lkw-Verkehr und die weitere Verschandelung der Landschaft waren die Hauptargumente der Gegner. Bereits jetzt sei man durch den Verkehr in das Gebiet stark belastet.

Oliver Steyer zeigte die Ausmaße des geplanten Baus. Die neue Halle solle 25 Meter hoch, 365 Meter lang und 187 Meter breit werden. Die versiegelte Fläche würde zehn Hektar betragen. Er regte es an, Fragen an Lidl und die Gemeindevertretung zu formulieren. Am 19. Oktober will Lidl in einer nicht öffentlichen Gemeindevertretersitzung zu dem Bau informieren. Dort wollen Steyer und Valentin auch die Fragen der Bürgerinitiative einbringen.

Steyer glaubt, dass es gute Perspektiven gibt, den Bau zu verhindern. Er erinnerte an die erfolgreiche Verhinderung der Ansiedlung des Logistikers Nagel vor elf Jahren. Man dürfe nicht unterschätzen, welche Möglichkeiten man habe.

Falls Lidl das gesamte Gelände belegen wolle, müsse auf dem unteren Teil des Gebietes der Raumordnungsplan geändert werden. Dies bedürfe der Einbeziehung des Parlamentes. Weniger formalen Einfluss habe man, falls die weiteren Verhandlungen in den kommunalen Zweckverband Baunatal/Edermünde verlegt würden.

Bereits jetzt sei Lidl laut Gemeinde eine der Haupteinnahmequellen der Gewerbesteuer. Eckhard Motschmann aus Grifte bezweifelt, dass die Zahl der Arbeitnehmer stark steigen wird, Logistik sei vor allem ein hoch technisiertes Geschäft. Das bestätigte auch Peter Kolbe aus Grifte, der beruflich in diesem Zweig tätig ist. „Logistik schadet der Umwelt und ist nicht wertschöpfend“, sagte er. „Wir müssen Einfluss auf die Entscheidungsträger nehmen.“ Die Gegner befürchten, dass es ein Horror für Grifte werden wird, wenn noch mehr Lkw für Lidl von der A 7 dorthin abfahren. Lärm- und Abgasschutz müssten eingeplant werden. Günter Schumann befürchtet zudem Lärmbelästigung von dem Firmengelände. Es müssten verlässliche Zahlen und Fakten geklärt werden. Etwa wie die Zufahrt der Lkw erfolgen solle. Seiner Meinung nach müsse man eine Belieferung über die A 49 erzwingen.

Das Gebäude werde so groß wie drei bis vier Kreuzfahrtschiffe, das müsse man sich klar machen, sagte Ralf Bott. Einige der Inhaber der landwirtschaftlich bewirtschafteten Flächen auf dem betroffenen Terrain waren ebenfalls zugegen. Sie wollen nicht verkaufen und befürchten sogar Enteignung. Demnächst will die BI mobil machen und weitere Mitstreiter finden. „Es soll keine Bürgerinitiative von Hobbypolitkern wie uns werden“, sagte Mark Valentin. Wer weitere Fragen zu dem Thema hat, kann sich an bi-lidl@gmx.de wenden. (Christine Thiery)

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