Ungebetene Gäste in Grifte

Waschbären sorgen für Zerstörung und Gestank in Gebäude

Waschbär-Schutz an Dachkanal soll Tiere daran hindern, nach oben zu klettern: von links: Sebastian Böswetter, Wehrführer in Grifte, und Bürgermeister Thomas Petrich.
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Waschbär-Schutz an Dachkanal soll Tiere daran hindern, nach oben zu klettern: von links: Sebastian Böswetter, Wehrführer in Grifte, und Bürgermeister Thomas Petrich.

Im Bauhof und im Feuerwehrgerätehaus in Grifte gibt es Waschbären. Die Tiere halten sich dort hartnäckig. Wie sie sich Zutritt verschaffen, ist noch unklar.

Im Bauhof und im Feuerwehrgerätehaus in Grifte gibt es Waschbären. Die Tiere halten sich dort hartnäckig. Laut Bürgermeister Thomas Petrich befindet sich die Gemeinde seit langer Zeit in einem schwierigen „Kampf“ mit den Waschbären. Der Nöchel-Hygieneservice aus Bad Zwesten unterstützt sie seit November 2017 und war seitdem mehrfach vor Ort. Zuletzt im Juni 2020. Doch bisher hat sich kein dauerhafter Erfolg eingestellt. Nach wie vor sei die große Frage: Wie und wo kommen die Waschbären in das Gebäude?

„Obwohl wir zwischendurch auch über längere Zeit Ruhe hatten, haben Waschbären letztlich doch immer wieder Zugänge in den Dachbereich des Gebäudes finden können“, sagt Petrich. An der Vertreibung der ursprünglich aus Nordamerika stammenden und im 20. Jahrhundert nach Hessen eingeschleppten Tiere werde daher weiter gearbeitet.

Bis jetzt gelangte der Waschbär immer wieder ins Gebäude

Weder der Waschbär-Schutz an den Dachrinnen des Gebäudes, noch Stacheln an den Vordach-Säulen, noch Elektrozäune an Hallenpfeilern halten die Kleinbären bislang fern. Außerdem wurden Blechverkleidungen an mehreren Stellen, beispielsweise an einer Wand im Freilager des Bauhofs, angebracht, um zu verhindern, dass die Tiere unters Dach gelangen. Doch sie schaffen es immer wieder, nach oben zu klettern.

Wildkameras, die immer wieder angebracht werden, konnten schon einige Waschbär-Besuche dokumentieren und auch Fußabdrücke etwa auf einer der Blechverkleidungen zeugen von der Gegenwart der Tiere.

Waschbären haben Schäden am Dach verursacht

Zu allem Überfluss hinterlassen sie nicht nur eine Spur der Zerstörung, sondern es bleibt auch ein unangenehmer Fäkalien-Geruch zurück. „Die Schäden am Dach können erst nach einer erfolgreichen Vergrämung der Tiere beseitigt werden“, so Petrich.

Die Rigipseindeckung in der Halle des Bauhofs sei 2020 mit einem Unterbau stabilisiert worden. Beim Blick nach oben – rund sieben Meter sind es bis zur Decke – sind feuchte Stellen zu sehen. Die Folgen der Waschbär-Toiletten. „Sie sind auch schon durch die Decke gebrochen“, sagt der Bürgermeister über die ungebetenen Gäste.

Waschbären haben auf einem Blech an der Rückseite des Bauhofs in Grifte Spuren hinterlassen.

Noch für dieses Jahr sei die Errichtung einer Pultdachhalle im rückwärtigen Bereich des Bauhofs geplant. Nach deren Inbetriebnahme werde der offene Hallenbereich auf der Rückseite des Gebäudes mittels einer Rolltoranlage geschlossen. Damit könnte eine der möglichen Zugangsstellen für die Waschbären wegfallen.

Fäkalien der Waschbären verbreiten unangenehmen Geruch

Besonders schlimm ist die Lage im Raum der Grifter Jugendfeuerwehr, der sich im Gebäudeteil neben dem Bauhof unter dem Dach befindet. Dort ist nicht nur zu sehen, dass Waschbären da waren, sondern es ist auch ganz deutlich zu riechen.

Außerdem haben die Tiere das Dämmmaterial so stark beschädigt, dass Bauhofmitarbeiter es komplett entfernen mussten. „Wir hören ihn auch laufen, wenn er aktiv ist“, sagt Sebastian Böswetter, Wehrführer in Grifte. Dies sei beispielsweise möglich, wenn man sich im Raum der Einsatzabteilung befinde.

Zuletzt haben sich die ungebetenen Gäste laut Böswetter Mitte Juli bemerkbar gemacht. Bereits Ende der 1990er-Jahre gab es schon einmal Waschbären im Gebäude von Bauhof und Feuerwehr in Grifte.
(Christina Zapf)

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