Edermünde schafft die kostenlose Kita ab - Das Defizit wird zu hoch

Da war die Freude groß: 2008 freuten sich die Edermünder Kinder über die Gebührenbefreiung für über Dreijährige. Ab August ist das vorbei. Archivfoto: Dewert

Edermünde. Ständig steigende Kosten für den Betrieb der Kindertagesstätten zwingen die Gemeinde Edermünde dazu, ihr bisher kostenloses Betreuungsangebot für Kinder ab drei Jahren in der Kernzeit zu beenden. Ab 1. August kostet sie wieder etwas.

Ab 1. August kostet die Betreuung etwa von 7 bis 12.15 Uhr 120 Euro im Monat, von 8 bis 14.45 Uhr 150 Euro.

Bürgermeister Thomas Petrich betonte jetzt im Gespräch mit der HNA, dass alle Fraktionen in der Gemeindevertretung sich auf einen gemeinsamen Antrag geeinigt hätten, der in der nächsten Parlamentssitzung am 6. Juli beschlossen werden soll.

„Unsere finanzielle Situation zwingt uns zu diesem Schritt“, sagt Petrich. Wenn der Zuschussbedarf bei den Kindertagesstätten weiter so wachse (seit 2010 um 240 000 Euro), werde der Haushalt der Gemeinde ins Minus gehen. Deshalb müsse man jetzt etwas ändern.

Zusätzlich zur Abschaffung der Gebührenbefreiung, die seit 2011 galt, werden die Gebühren für die Kitas ebenfalls ab 1. August moderat angehoben. Das sei die erste Anhebung seit 2008, sagte der Bürgermeister. Auch die Möglichkeiten, bestimmte Zeiten zu buchen, werden verändert (siehe Hintergrund).

Die neuen Regelungen bezüglich der Gebühren und Betreuungszeiten gelten jetzt für alle vier Kindertagesstätten in Edermünde, für die zwei kommunalen in Grifte ebenso wie für die beiden kirchlichen in Besse. Der ev. Kirche als Träger gehe es finanziell nicht anders als der politischen Gemeinde, sagte Petrich.

Der Wegfall der Gebührenbefreiung habe nichts mit der aktuellen Investition für die Kindergartenerweiterung in Grifte zu tun, betonte der Bürgermeister. Es gehe vor allem um die Betriebs- und Personalkosten. Inzwischen liege der Zuschuss bei 1,11 Mio. Euro im Jahr. In Edermünde bleibe auch künftig die gute Kinderbetreuung eine wichtige Kernaufgabe.

Von Ulrike Lange-Michael

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