„Suuren Saal“ in neuem Glanz

Ehepaar aus Lohne erweckt alte Gaststätte wieder zum Leben

Haben einen Traum verwirklicht: Ralf und Martina Lohse haben „Suuren Saal“ in Lohne wieder zum Leben erweckt. Wichtig war dem Ehepaar, so viel wie möglich zu erhalten. Fotos: Daria Neu

Jahrzehntelang stand Suuren Saal in Lohne leer. Bis ein engagiertes Ehepaar im vergangenen Jahr die Ärmel hochkrempelte.

Diese Räume haben viele Geschichten zu erzählen. Es sind Geschichten von alten Familienfeiern und feuchtfröhlichen Kirmesabenden aus unterschiedlichen Epochen. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts und bis in die 70er-Jahre hinein feierten die Lohner „auf Suuren Saal“.

Ralf und Martina Lohse sind in der Region aufgewachsen und sind vor vielen Jahren nach Lohne gezogen. Den leer stehenden Saal hatte das Lehrer-Ehepaar dabei täglich direkt vor der Haustür. Im Winter 2017 fiel die Entscheidung: Sie wollen die Räumlichkeiten kaufen und sie im alten Stil, mit viel Arbeit und einer Menge Herzblut wieder herrichten.

„Wir möchten den Lohnern ihren Suuren Saal wieder zugänglich machen“, sagt Martina Lohse. Selbstverständlich sei es eine verrückte Idee gewesen. Das Haus aber beim Verfall zu beobachten, sei jedoch auch keine Alternative gewesen. „Ich denke, der Saal wurde so in letzter Sekunde gerettet“, sagt Ralf Lohse.

Eine gemütliche Sitzecke mit alten Sesseln und einem Ofen lädt zum Schnuddeln ein.

Das Motto der Familie bei der Sanierung lautete stets: Authentizität. „80 Prozent sind aus dem Altbestand geblieben“, erklärt der 51-Jährige. So hat das Paar gemeinsam mit ihren zwei Söhnen und ihrer Tochter den Dielenboden aus Sumpfkiefer wochenlang abgeschliffen, die Holzvertäfelung an den Wänden säuberlich aufgearbeitet und auch die kleine Bühne im Saal erhalten.

Ein Haufen Arbeit, auf den viele Lohner mit Begeisterung reagieren. „Gerade den älteren Bewohnern geht das Herz auf“, sagt Martina Lohse. Der Saal wecke Erinnerungen an alte Zeiten.

Lange Holztafeln, Kronleuchter, grüne Polstersessel, warme Farben, eine kleine Durchreiche – die Atmosphäre ist einladend im „Suuren Saal“. Klassisch und schlicht wirkt die Einrichtung. Warum gerade dieser Stil wieder so modern ist, dafür hat Ralf Lohse eine gute Erklärung: „In Zeiten der Unruhe haben die Menschen häufig das Bedürfnis nach klaren Linien.“

Eine lange Tafel im alten Stil passt genau ins Ambiente vom „Suuren Saal“.

Ohnehin gehe es dem Paar vor allem um eines: „Die Menschen kommunizieren heutzutage fast nur noch auf digitalem Weg miteinander“, sagt Martina Lohse. „Suuren Saal“ soll entschleunigen, Gelegenheit geben, miteinander Zeit zu verbringen, zu reden, zu lachen – und zwar nicht virtuell, sondern im wahren Leben.

Den Selbsttest des Saales haben die Lohses bereits mit ihrer Silberhochzeit vorgenommen. Für etwa 125 Euro kann der Saal derzeit von Lohses gemietet werden, um Jubiläen, Hochzeiten, Konfirmationen und Ähnliches zu feiern.

Informationen gibt es unter suurensaal.lohne@gmail.com und Tel. 05622/9190370

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