Ablehnung ist groß

Ein Dorf organisiert sich: Mahnwache gegen geplanten Hähnchenmaststall in Gleichen

Andreas GredeBI-Sprecher

Im Gudensberger Stadtteil Gleichen wehren sich die Einwohner gegen einen Hähnchenmaststall: Ein Nebenerwerbslandwirt will Richtung Lohne einen solchen für 29 990 Tiere bauen. Das gefällt einigen gar nicht. 

Das Projekt trifft auf so große Ablehnung, dass sich eigens dafür die „Bürgerinitiative Gleichen gegen industrielle Massentierhaltung“ gegründet hat. Gemeinsam mit der Aktionsgemeinschaft Agrarwende und der BI Chattengau gegen Massentierhaltung ist für Samstag, 25. Januar, eine Mahnwache geplant.

„Wir wehren uns gegen die Form der Tierhaltung bei diesem Stall“, sagt Andreas Grebe, Sprecher der BI Chattengau. Bei dem Bau stünden die wirtschaftlichen Interessen eines Einzelnen denen der Allgemeinheit gegenüber. Grede weist auf die geringen Umweltauflagen hin, die bei einem Maststall mit unter 30 000 Tieren berücksichtigt werden müssten. Bei solchen Projekten komme ein vereinfachtes Verfahren zum Tragen, ein Genehmigungsverfahren ist nicht notwendig.

Bereits vor einem Jahr habe der Investor, der sich gegenüber der HNA auf Anfrage nicht zum Sachverhalt äußern wollte, Pläne vorgelegt. Diese jedoch wurden abgelehnt, berichtet Ortsvorsteher Volker Höhmann. Der Landwirt habe das 20 mal 80 Meter große, geplante Stallgebäude einfach herumgedreht, sagte Höhmann im Oktober gegenüber der HNA. Darüber hinaus sei nicht geklärt, wie und wo die Zu- und Abfahrtswege zum Stall liegen sollen, berichtet der Ortsvorsteher.

„Im Dorf sind bestimmt 95 Prozent der Einwohner gegen dieses Vorhaben.“ Die Menschen in Gleichen befürchten hohe Belastungen durch die Tierhaltung. Unter anderem aus diesem Grund habe der Ortsbeirat nun ein Geruchsgutachten von dem Landwirt verlangt. Die gesetzlich vorgeschriebenen Abstände zum Ort würden zwar eingehalten, „die Gerüche kommen aber trotzdem ins Dorf“, so Höhmann. Gleichen liege in einer Senke, umgeben von Wartberg und Leichenkopf. Der Wind komme hauptsächlich aus südwestlicher Richtung – genau aus der Richtung in der der Stall liege.

Mit der geplanten Mahnwache wolle man erreichen, dass der Stall nicht gebaut wird, sagt BI-Sprecher Grede. „Diese Form der Tierhaltung ist nicht zukunftsfähig.“ Für die Bürgerinitiative gehe es um eine nachhaltige Landwirtschaft. Eine, bei der Landwirte und Verbraucher umdenken, betont Grede. „Die Wertschätzung für Produkte muss zunehmen“, appelliert er an Verbraucher. Dabei sei die BI nicht grundsätzlich gegen Hähnchenställe, die Zukunft liege jedoch in kleinen Einheiten. Tiere sollten Platz und Auslauf haben, berichtet der BI-Sprecher. Solange das nicht gegeben sei, wäre die Bürgerinitiative gegen alle Mastställe: „Wenn einer in Dorla oder in Homberg gebaut würde, wären wir genauso dagegen.“

Bei der Mahnwache sollen Unterschriften gegen den Bau an den Gleichener Ortsbeirat übergeben werden. Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr am Zufahrtsweg zur Schutzhütte am Leichenkopf. Er ist aus Gleichen kommend in Richtung Lohne in Höhe der Einmündung zur Emstalstraße erreichbar.

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