Ärger um Poller

Einbetonierte Stange empört Anwohner am DGH Schellbach

Sorgt für Wirbel: Der Poller an der Ecke des Feuerwehranbaus am DGH in Schellbach soll die Hausecke schützen. Im Hintergrund die Hofeinfahrt zum Privathaus von Jörg Spangenberg.
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Sorgt für Wirbel: Der Poller an der Ecke des Feuerwehranbaus am DGH in Schellbach soll die Hausecke schützen. Im Hintergrund die Hofeinfahrt zum Privathaus von Jörg Spangenberg.

In Schellbach sorgt ein Poller für Aufregung. Die Gemeinde Knüllwald hat ihn vor kurzem an der Auffahrt zum Parkplatz des Gemeinschaftshauses angebracht, er soll die Ecke des neu angebauten Feuerwehrhauses schützen.

Doch nicht für alle ist dieser Schutz ein Segen. Landwirt Jörg Spangenberg ist direkter Anwohner und stark davon betroffen. Der Zugang zu seinem Haus und Hof werde dadurch stark eingeschränkt, sagt der 54-Jährige und zeigt sich sehr verärgert.

Denn Spangenberg muss wegen des Starkregens in den vergangenen Wochen zurzeit Erdarbeiten mit schwerem Gerät vornehmen – und kann nun kaum mehr rangieren. Der 54-Jährige Landwirt hat Wasser in dem Keller seines Wohnhauses und baggert die Erde aus, um die Grundmauern zu trocknen. Rund um das Haus ist alles aufgerissen, das Pflaster musste entfernt werden.

Für den Erdaushub stellte er zwei Container auf den Parkplatz hinter dem Anbau auf. Eine andere Möglichkeit gebe es nicht, um ihn zu platzieren. Aber schon das sei wegen des Pollers eine reine Sisyphusarbeit gewesen. Die beladenen Container wieder um die Ecke zu rangieren, sei fast ein Ding der Unmöglichkeit.

Ein Fahrer des Abfuhrunternehmens war unverrichteter Dinge wieder weggefahren. Daher hatte Spangenberg die Gemeinde gebeten, den Poller zu entfernen beziehungsweise wollte er ihn selbst abmontieren. Beides wurde ihm nicht erlaubt. Eine Demontage sei unrechtens und er müsse mit Kosten und einer Anzeige rechnen, hieß es in einer E-Mail von der Gemeinde.

Man komme ihm trotz mehrerer Nachfragen nicht entgegen, sagt er. Für ihn ist das kein Miteinander. Man müsse sich eine solche Situation doch mal vor Ort anschauen und vernünftig miteinander reden. Spangenberg fühlt sich von der Gemeinde total im Stich gelassen und ungerecht behandelt.

Bevor der Poller aufgestellt wurde, sei es schon eng gewesen. „Aber so knapp wie seit dem Anbau war es noch nie“, sagt Spangenberg. Vorher sei dies noch eine offizielle Straße gewesen und nun ist der Weg Gemeindeeigentum. Doch der Poller sei nun der Gipfel. Mit einem Anhänger, den er wegen seiner Arbeit oft benötige, komme er kaum auf seinen Hof.

Für Spangenberg ist das eine wirklich schlechte Planung. Wenn man wenigstens einen abnehmbaren Poller installiert hätte, dann könnte man ihn bei Bedarf aufsperren.

Aber die Gemeinde hat ihn fest einbetoniert. Man hätte auch ein Eisen an die Ecke montieren können. Dann sei das Haus doch auch geschützt. Auch die Nutzung des Parkplatzes, etwa um die Container für einen solchen Ausnahmefall dort zu platzieren, sei ein Problem. Erst kürzlich habe die Gemeinde ein Verbotsschild dort aufgestellt. Den Parkplatz dürften nur Besucher des DGH und die Feuerwehr nutzen.

Die Gemeinde habe ihn gebeten, demnächst vor dem Abstellen von größerem Gerät um Erlaubnis zu fragen. Das sei früher nie so gewesen, 25 Jahre habe niemand etwas gesagt, wenn er dort mal was abgestellt hätte.

Zudem stehe der Parkplatz nun auch offiziell nicht mehr für Besucher des nahe gelegenen Naherholungsgebietes im Wald zur Verfügung, was wiederum viele Spaziergänger und Wanderer ärgere. Spangenberg empfindet das Verhalten der Gemeinde mittlerweile als Schikane.

Das sagt der Orstvorsteher:
Der Poller sei von der Gemeinde zum Schutz der Hausecke am Feuerwehranbau angebracht worden. Soweit er wisse sei alles rechtens, sagte Schellbachs Ortsvorsteher Martin Thomas. „Wenn die Container auf den Parkplatz gekommen sind, dann müssen sie ja irgendwie auch wieder abtransportiert werden können.“

Zudem habe der betroffene Landwirt dort das entnommene Pflaster gelagert, was das Umfahren an der engen Ecke erschwere. Wenn das weg komme, sei es sicher leichter die Container abzutransportieren. Der Parkplatz sei Gemeindeeigentum. Bei Veranstaltungen im DHG benötige man auch entsprechend viele Parkplätze. Es gebe nur 21 Parkplätze dort und die müssten verfügbar sein. Wenn allerdings ein Spaziergänger mal dort parke, sei das sicher kulant zu behandeln. 

Das sagt Bürgermeister Roth:
„Der Poller am DGH/Feuerwehrhaus wurde aufgestellt, weil das Gebäude wiederholt von Autos beschädigt wurde“, sagt Knüllwalds Bürgermeister Jürgen Roth. Daher sei der Poller, mit einem Abstand von 25 Zentimetern, sehr dicht am Gebäude einbetoniert wurden. Die anderen Poller auf dem Gelände seien abnehmbar, weil sie nur zur zeitweiligen Sperrung dienten.

Baulich sei alles vonseiten des Kreisbauamtes genehmigt worden. Die geforderten Abstände würden alle eingehalten. „Herr Spangenberg hat uns nicht informiert, dass er wegen einer Baumaßnahme zwei Container auf unserem Grundstück abstellen möchte.“

Jetzt fordere er dessen Entfernung: „Der Parkplatz gehört zum Dorfgemeinschaftshaus und zur Feuerwehr und wird bei Veranstaltungen dort genutzt. Da ist es selbstverständlich, dass Herr Spangenberg im Vorfeld fragt, ob er dort Container abstellen kann.“

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