19-Jährige Jacqueline Schiewek aus Homberg spendete Stammzellen

Sie ist eine Lebensretterin

Bescheiden: Jacqueline Schiewek mit Katze Piccolina. Die Stammzellen-Spende hat das Mädchen gut überstanden und würde es sofort wieder tun. Foto: Dewert

Schwalm-Eder. Jacqueline Schiewek ist eine Lebensretterin. Die 19-jährige Hombegerin spendetete Stammzellen und hat einem schwerkranken Menschen ermöglicht, den Kampf gegen eine tödliche Leukämieerkrankung zu gewinnen.

Jacqueline Schiewek hatte sich an der Typisierungsaktion der Kreissparkasse Schwalm-Eder beteiligt, um Daniela Geilmann zu helfen. Eine Übereinstimmung mit der KSK-Mitarbeiterin hatte es leider nicht gegeben. „Ich weiß nicht, wem ich das Leben gerettet habe?“, sagt das junge und aufgeweckte Mädchen. Sie sei sich auch nicht sicher, ob sie es erfahren möchte.

Test beim Hausarzt

Im November hatte Jacqueline einen Brief der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) erhalten. Darin wurde ihr eine wahrscheinliche Übereinstimmung mit einem Erkrankten mitgeteilt. Um Gewissheit zu erlangen, musste sie bei ihrem Hausarzt eine weitere Blutprobe abgegeben. „Natürlich habe ich gehofft, dass ich helfen kann. Aber irgendwie kam mir das alles gar nicht vor wie eine so große Sache.“

Jacqueline Schiewek ist bescheiden. Sie empfinde das Opfer und den Aufwand als so gering, dass sie sich nicht wirklich als Lebensretterin fühlen kann. „Ich musste doch nur zweimal nach Frankfurt am Main fahren und hatte einige Tage leichte Grippesymptome“, sagt sie.

Das Unangenehmste war noch, mehrere Stunden an der Bluttransfusion angeschlossen gewesen zu sein. „Mir war kalt.“ Denn: Ihr Blut wurde ihr an einem Arm abgenommen, durch eine Apparatur geleitet und an anderer Stelle deutlich kühler wieder in den Körper geleitet.

„Das fühlte sich komisch an. Nach der ersten Spende reichten die Stammzellen nicht aus, deswegen musste ich einen Tag später nochmal an das Gerät“, sagt sie und lacht bei ihrer Erzählung. Nein, schlimm sei es nicht gewesen. „Ich würde es sofort wieder machen.“

In Frankfurt im Deutschen Blutspendezentrum fand dann die eigentliche Transplantation statt. Jacqueline reiste mit ihrer Mutter nach Frankfurt und wohnte dort in einem Hotel. Alle Kosten trägt dabei die DKMS. „Der Service war richtig super. Die haben sich toll um mich gekümmert“, sagt die 19-Jährige. Was auf sie zukam, wusste sie ohnehin bis ins kleinste Detail. „Es gab ein ausführliches Aufklärungsgespräch und einen Gesundheitscheck kurz nachdem die Übereinstimmung festgestellt worden war.“

„Natürlich habe ich gehofft, dass ich helfen kann. Aber irgendwie kam mir das alles gar nicht vor wie eine so große Sache.“

Jacqueline Schiewek

Frühstens in zwei Jahren darf sie erfahren, wem sie das Leben gerettet hat. Diesem Kontakt müssen aber beide Beteiligten zustimmen. „Ich habe mich noch nicht entschieden“, sagt sie. Aber auf jeden Fall werde sie die Gelegenheit nutzen, sich mit ihrem Gegenüber anonym Briefe zu schreiben. „Ich möchte doch wissen, wie es ihm geht.“

Mit einem Präsentkorb ging es nach zwei Tagen Frankfurt schließlich wieder nach Hause. „Der war aber eher für ältere Menschen. Die Sachen waren nicht so nach meinem Geschmack“, sagt Jacqueline und lacht mal wieder herzhaft.

Die Berufsfachschülerin möchte eine Ausbildung zur Industriekauffrau machen, arbeitet neben der Schule in einem Restaurant und ist genauso gerne im Internet unterwegs wie in der Disko. Außerdem verbringt sie gerne Zeit mit ihrer Mutter, ihrer jüngeren Schwester und der Katze Piccolina. HINTERGRUND

Von Damai D. Dewert

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