Corona-Krise

Schwalm-Eder-Kreis: Nach Weihnachten sollen die Impfungen starten - so ist der Ablauf

Das Bild zeigt ein Straßenschild mit der Aufschrift Fritzlar. Unter diesem befindet sich ein weiteres Schild, welches auf das Impfzentrum hinweist. Dieses ist durchgestrichen. Auf der angrenzenden Straßen fahren Autos.
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Noch nicht eröffnet, aber die Beschilderung zum Impfzentrum des Kreises in Fritzlar steht schon.

Schwalm-Eder – Die ersten 150 Corona-Impfdosen soll der Schwalm-Eder-Kreis am zweiten Weihnachtsfeiertag vom Land Hessen erhalten – in den folgenden Tagen sollen weitere folgen. Der Impfstart ist Sonntag geplant. Zunächst gehen mobile Impfteams in Alten- und Pflegeheime.

Doch wie läuft der Prozess eigentlich ab? Nina Beyer, ärztliche Leitung des Impfzentrums des Schwalm-Eder-Kreises, über den Ablauf.

Die Anlieferung

Die Anlieferung sei ein besonders geschützter Bereich. Deshalb macht der Landkreis aus Sicherheitsgründen keine genaueren Angaben darüber. Aber: „Die Anlieferung in Thermoversandbehältern erfolgt bei Minus 75 Grad und hat eine Haltbarkeit von maximal fünf Tagen“, erklärt Nina Beyer. Im Kühlschrank bei zwei bis acht Grad, im nicht verdünnten Zustand halte der Stoff 120 Stunden. Die Lagerung sei im Kühlschrank vorgesehen. Die Überwachung sei durch das Team im Impfzentrum und auch technisch mit sogenannten Thermologgern sichergestellt.

Das Auftauen

Der Auftauprozess im Kühlschrank dauere etwa drei Stunden. Bei Raumtemperatur gehe es entsprechend schneller – etwa 30 Minuten. Aufgetaut ist der Impfstoff fünf Tage haltbar.

Der Impfstoff

Auf den Suchaufruf des Landkreises haben sich bis gestern 971 Menschen gemeldet, die im Impfzentrum helfen wollen, so Kreissprecher Stephan Bürger. „Die Aufbereitung und das Aufziehen der Spritzen erfolgt durch pharmazeutisches Fachpersonal oder anderes Personal – unter pharmazeutischer Aufsicht von im aseptischen Arbeiten geschultem medizinischem Fachpersonal“, so Beyer. Die Aufbereitung erfolge dann entsprechend den Herstellerangaben von Biontech – in separierten Bereichen, die die Hygieneanforderungen aseptischen Arbeitens erfüllen. Ein Reinraum sei nicht erforderlich. Von der Aufbereitung des Stoffes bis zur Impfung müsse es schnell gehen: Eine Stunde bleibe dafür, so Beyer. Das Zeitfenster sei kleiner als unter Reinraum-Bedingungen, bei denen man sechs Stunden habe. „Wir müssen für einen raschen Impfablauf sorgen“, sagt die ärztliche Leiterin.

Die Impfung

Es soll eine Vorabkontrolle geben. Bei dem sogenannten „Pre-Check“ werde unter anderem die Temperatur geprüft und das schon bei der Einfahrt auf das Gelände des Impfzentrums in Fritzlar. Anschließend erfolgen Anmeldung, Registrierung, Überprüfung der Impfindikation. Es folgen Terminabgleich, Impfberechtigung und die Feststellung der Impftauglichkeit sowie Beratung/Aufklärung durch einen Arzt und dann die Impfung. Nachbeobachtung und Abschlussdokumentation sowie Check-Out stehen dann an.

Der Weg

Damit sich die Menschen im Impfzentrum gut zurechtfinden, werde das Personal behilflich sein und es gebe überdies eine selbsterklärende Beschilderung, so Beyer. Für jeden Patienten sei ein Impfbereich vorgesehen. Insgesamt gebe es sechs Impfstraßen mit je drei Impfkabinen. Bei maximaler Auslastung könnten im Impfzentrum 1000 Menschen pro Tag geimpft werden. Voraussetzung dafür sei natürlich, dass ausreichend Impfstoff geliefert werde, so Beyer.

Das mobile Team

Den ersten der insgesamt 35 Alten- und Pflegeheimen im Landkreis wurden bereits Impftermine angeboten. Drei mobile Impfteams werden zunächst unterwegs sein. In den Pflegeheimen übernehmen Hausärzte die Impfungen, erklärt Beyer.

Von Maja Yüce

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