Ausgedientes Feuerwehrfahrzeug jetzt in Casina im Einsatz – Festtafel geplant

Eine tiefe Fernbeziehung

Eine schöne Erinnerung: 2008 fanden eine Tavolata und italienischer Markt auf dem Fritzlarer Marktplatz statt. Der ganze Marktplatz verwandelte sich in eine Gaststätte. Im nächsten Jahr soll es wieder eine Tavolata in Fritzlar geben. Archivfoto: Lange-Michael

Fritzlar. Vor 14 Jahren haben sie zueinander „Ja“ gesagt, und seitdem führen sie eine Fernbeziehung über 1007 Kilometer. Doch diese Strecke ist für die Verbindung zwischen Fritzlar und der italienischen Stadt Casina kein Hindernis. Die Städtepartnerschaft ist in dieser Zeit sogar stetig gewachsen. „Der europäische Gedanke und der Frieden – das tut in diesen Zeiten gut“, sagte Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat im HNA-Gespräch.

Und da Liebe bekanntlich durch den Magen geht, soll im nächsten Jahr wieder eine Tavolata – Festtafel – mit italienischen Köstlichkeiten auf dem Marktplatz aufgebaut werden.

So etwas habe es zuletzt vor etwa acht Jahren gegeben und sei vielen Menschen noch heute in guter Erinnerung. „Der ganze Marktplatz wird dann zur Gaststätte“, erklärte Spogat. Vermutlich werden die Italiener am ersten Wochenende im August die Kochlöffel schwingen und die Festtafel in Fritzlar aufgebaut.

„Wir wollen unsere Aktivitäten noch weiter vertiefen“, so Spogat. Auch darüber habe man während des Besuchs einer kleinen Delegation aus Fritzlar in Casina gesprochen.

In einem Einsatzleitwagen der Wehr hatten sich unter anderem Spogat und Stadtbrandinspektor Hartmut Hucke Mitte Oktober auf den Weg in die Partnerstadt begeben. Grund: Den ausgedienten, 20 Jahre alten Wagen schenkten sie der Protezione Civile – dem zivilen Katastrophenschutz in Casina. „Sie sind materiell schlecht ausgestattet und müssen ohne Zuschüsse auskommen“, sagt Spogat. Deshalb habe man sich dazu entschlossen, das Auto, zu spenden.

„Es funktioniert noch gut und kann von den freiwilligen Helfern genutzt werden. Ihre Freude war groß, als wir mit dem Fahrzeug ankamen“, sagt der Bürgermeister und lacht. Überhaupt sei die Gastfreundschaft der Italiener beispielhaft. So habe man die Burg Canossa, eine Käserei sowie viele Sehenswürdigkeiten mehr besucht. Man habe sich gut verstanden. Für Spogat war es zugleich sein Antrittsbesuch in Casina. „Die Sprache war keine Barriere“, sagt er. Man habe sich auf Deutsch, Italienisch und Englisch verständigt.

Die Partnerschaft mit Casina sei nicht nur politisch gewollt, sondern auch durch private Initiativen getragen. So seien die Partnerschaftsvereine sehr stark miteinander verbunden.

Von Maja Yüce

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