Frühkindliche Bildung

Elternschule Schwalm-Eder macht Angebote für Familien mit kleinen Kindern

Wollen jungen Eltern helfen: Jutta Petrich vom Jugendamt des Kreises und Martina Theis, Leiterin der Elternschule bieten gemeinsam zusätzliche Angebote, um die Folgen der Coronapandemie aufzufangen.
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Wollen jungen Eltern helfen: Jutta Petrich vom Jugendamt des Kreises und Martina Theis, Leiterin der Elternschule bieten gemeinsam zusätzliche Angebote, um die Folgen der Coronapandemie aufzufangen.

Fachleute sind sich sicher: Die frühkindliche Bildung leidet unter der Coronapandemie. Viele junge Eltern waren mit ihren Kindern isoliert, konnten sich nicht mit anderen Familien treffen und austauschen, sodass die gegenseitige Unterstützung fehlte.

Schwalm-Eder – „Das kann zu Entwicklungsverzögerungen führen“, sagt Jutta Petrich von der Fachstelle Frühe Hilfen am Jugendamt des Schwalm-Eder-Kreises. Gemeinsam mit dem Familienzentrum und der Elternschule Schwalm-Eder werden nun dieses und im nächsten Jahr fünf zusätzliche Kurse für Eltern und Babys sowie deren Geschwister angeboten, um Versäumtes aufzuholen.

Sie sollen nicht nur die Defizite aus den bei der Elternschule ausgefallenen Treffen kompensieren, sagt deren Leiterin Martina Theis. Die Gruppen seien wegen der Hygieneregeln noch immer kleiner als sonst. Auch daher müsse es mehr Angebote geben, um so viele Familien wie möglich aufzufangen.

Die Kurse richten sich an Familien mit Babys und Kleinkindern bis drei Jahre, Geschwisterkinder können zu den Treffen mitkommen. In den Landkreis fließen nun rund 70 000 Euro für die fünf Angebote. Der Bund hat das Programm unter dem Begriff „Aufholpaket“ zusammengefasst.

„Die Kurse wurden an die Bedürfnisse in den Standorten der Elternschule angepasst“, sagt Theis. Man habe im vorigen Jahr etwa beobachtet, das kleine Kinder sehr auf ihre Erziehungspersonen fixiert waren, weil die Kontakte gefehlt haben.

Eltern können sich gegenseitig unterstützen

Aus den Kindergärten werde berichtet, dass die Kinder mehr fremdelten und sich schlechter in den Alltag integrierten und eingewöhnten. „Viele Eltern, meist Mütter, waren in der Pandemie isoliert“, sagte Martina Theis. Selbst Treffen mit Bekannten entfielen. Nicht nur Austausch und Kontakte hätten gefehlt, auch an Beratungen gerade während der ersten Zeit mit den Babys habe es gemangelt.

„Auch über die ersten Wochen nach der Geburt hinweg haben Eltern Fragen und Nöte und suchen Tipps für den Umgang mit den Babys“, sagt Jutta Petrich. Das betreffe etwa Stillprobleme oder Schreibabys. Bei vielen der Angebote für junge Eltern sind daher neben Pädagogen auch Hebammen mit dabei. Diese niederschwellige Beratung werde sehr gut angenommen.

Die Elternschule verfüge über Erfahrung mit dieser Arbeit sowie die Infrastruktur, sagt Jutta Petrich. Daher sei sie der richtige Partner für die Umsetzung des Aufbau-Programms. „Auch auf dem Land vereinzeln Menschen zunehmend, Kleinfamilien sind oft auf sich allein gestellt.“ Sie finden eine Vielfalt an Angeboten in der Elternschule. Krisen können so verhindert werden, bevor sie entstehen, sagt Theis.

Eltern könnten sich zudem in den Kursen kennenlernen und sich gegenseitig unterstützen. Soziale Kontakte seien für die Familien wichtig.

Die zusätzlichen Kurse sind bereits gestartet. Das Programm läuft vorerst bis Ende nächsten Jahres. (Christine Thiery)

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