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Energiesparen beschäftigt den Schwalm-Eder-Kreis

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Von: Daniel Seeger

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Eine Fotovoltaikanlage soll auch auf dem Jugendamt-Gebäude in Homberg installiert werden, das sich derzeit noch im Bau befindet.
Eine Fotovoltaikanlage soll auch auf dem Jugendamt-Gebäude in Homberg installiert werden, das sich derzeit noch im Bau befindet. © Daniel Seeger

Auch der Landkreis reagiert auf die Energiekrise - mit Fotovoltaik und Einsparungen.

Schwalm-Eder – Auch der Schwalm-Eder-Kreis ist von der aktuellen Energiekrise betroffen, sieht sich jedoch gut gerüstet. Das geht aus einer Anfrage im Kreistag von SPD, FWG, Piraten und FDP hervor, die Markus Pollok (FWG), Dezernent für Energie und Klimaschutz, in der jüngsten Kreistagssitzung beantwortet hat. „Der Schwalm-Eder-Kreis engagiert sich bereits seit vielen Jahren für den Klimaschutz und das Thema Energieeinsparung. Und so haben wir auch frühzeitig damit begonnen, für solch ein Szenario zu planen“, sagte Pollok in der Sitzung am Montag.

Energie

Der Kreis will weiter auf Fotovoltaikanlagen setzen, sagt Pollok. Bereits jetzt habe man auf 27 000 Quadratmetern Dachfläche 3420 Kilowatt Fotovoltaikanlagen in Betrieb. Geplant seien außerdem weitere Anlagen wie etwa auf der Kleeblattschule in Obergrenzebach und auf dem gerade im Bau befindlichen Jugendamt in Homberg, wo auch eine Pelletheizung eingebaut werden soll. Außerdem sollen weitere Heizsysteme auf Wärmepumpe umgestellt werden, zum Beispiel im Museum in Ziegenhain. „Zwei Drittel der Gebäude wurden energetisch saniert. Weitere Gebäude befinden sich in der Sanierung“, so Pollok im Kreistag. Dort, wo es möglich sei, stelle der Kreis um auf erneuerbare Energien wie Pellet- oder Hackschnitzelheizanlagen. „Bereits 40 Prozent unserer Energieversorgung stammen aus diesen Rohstoffen.“

Als Vorsorgemaßnahme setze der Kreis darauf, seine Lager für Pellets und Hackschnitzel seit Januar dauerhaft vollgefüllt zu halten. In den Verwaltungsgebäuden sei nun eine Raumtemperatur von 19 Grad vorgeschrieben – in der Zeit von 7 bis 17 Uhr. An bestimmten Tagen soll die Verwaltung geschlossen werden. Auch in den Schulen werde der Energieverbrauch gesenkt, indem man die Raumtemperatur auf 20 Grad reduziere.

In den Sporthallen wird es noch kühler sein. Bei schulischer Nutzung 17, ansonsten 15 Grad. Die Temperatur nicht genutzter Aufenthaltsräume und Flure wird auf 12 Grad und WC-Anlagen auf 15 Grad gesenkt.

Notfallplan

Damit der Landkreis seine systemrelevanten Bereiche, auch im Falle eines Ausfalls der Gasversorgung, weiterbetreiben kann, wurden zwei ölbetriebene mobile Notheizungen beschafft. Die sollen dafür sorgen, dass zum Beispiel Jugendamt oder Sozialverwaltung weiter mit Wärme versorgt werden können.

„Auch wurde eine Handlungsanweisung für den Fall eines kompletten Ausfalls der Belieferung mit Erdgas erarbeitet“, so Pollok. Die beinhalte unter anderem die Vorgehensweise für die Hausmeister und das Fachpersonal. Vorrangiges Ziel sei es, Schäden durch Frost an Gebäuden vorzubeugen.

Kosten

Durch die durchschnittliche Temperaturabsenkung erwartet der Kreis eine Ersparnis von rund sechs Prozent im Wärmebezug, was rund 2000 Megawattstunden entspricht. Wenn die Gasumlage nicht eingeführt werden sollte, spart der Kreis 2022 150 000 Euro, 2023 rund 1,5 Millionen Euro, so Pollok. (Daniel Seeger)

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