Chirurgie der Melsunger Klinik hat keinen Chefarzt mehr – „Innerbetriebliche Kritik“

Entlassung: Betriebsrat sagt „ja“

Melsungen. Der Betriebsrat der Asklepios-Kliniken im Schwalm-Eder-Kreis hat der Entlassung des Chirurgie-Chefarztes in Melsungen zugestimmt. Vorsitzender Klaus Bölling sagte gestern auf Anfrage: „Wir haben keinen Widerspruch eingelegt.“

Der Chefarzt der Chirurgie des Melsunger Krankenhauses, Dr. Hanns Schneider (61), wurde mit sofortiger Wirkung entlassen. Über den Grund machte die Geschäftsleitung, die ihren Sitz in Bad Wildungen hat, unserer Zeitung gegenüber keine Angaben. Der Arzt hatte am 2. Februar nach 22-jähriger Tätigkeit als Chirurg der Melsunger Klinik die außerordentliche Kündigung erhalten. Eine Begründung liege ihm nicht vor, hatte er uns gesagt.

Zurückhaltend äußerte sich gestern der Betriebsrat. „Wir hatten innerbetriebliche Kritik an ihm und das gegenüber der Geschäftsführung kommuniziert“, sagte Vorsitzender Klaus Bölling. „Aber darüber können wir öffentlich nicht sprechen.“ Unsere Frage, ob die Kündigung vielleicht mit der Funktion des Arztes als Vorgesetzter zu tun habe, verneinte Bölling. Es gebe Mitarbeiter, die den Weggang sehr bedauerten und andere, die das begrüßten. „Aber dazu können wir als Betriebsrat nichts sagen.“

Wichtig sei jetzt, den Betrieb in Melsungen aufrecht zu erhalten, vielleicht mit Unterstützung der anderen Schwalm-Eder-Kliniken. Auf jeden Fall werde in dem Krankenhaus ohne Einschränkungen weitergearbeitet, versicherte Klaus Bölling.

Auf die Frage, ob möglicherweise die Funktion von einem Homberger Arzt übernommen werden könnte, sagte der Betriebsratsvorsitzende: „Wie das endgültig geregelt wird, wissen wir nicht.“

Wichtig sei jetzt auch, dass die Versorgung in Melsungen gesichert sei und die Arbeitsplätze erhalten werden. Melsungen sei immerhin ein wichtiges Krankenhaus in der Region und stehe wirtschaftlich recht ordentlich da.

Die Klinik hat weniger als hundert Betten und richtet demnächst eine psychiatrische Tagesklinik ein. Anfang Januar 2007 hatte der Klinik-Konzern Asklepios die Schwalm-Eder-Häuser in Homberg, Schwalmstadt und Melsungen übernommen. (rbg)

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