In Besse und Gudensberg verlegte Gunter Demnig Stolpersteine – Großes Interesse

Erinnerung an die Opfer

BESSE/Gudensberg. Edermünde hat seinen ersten Stolperstein und will damit einen aufrechten Mann ehren und sein Andenken wahren. Heinrich Treibert war Lehrer an der Besser Schule und später Landrat des Kreises Fritzlar.

Gunter Demnig, der Kölner Künstler, kam in dieser Woche nach Besse und setzte im Eingangsbereich der Bilsteinschule den Stein mit der polierten Messingoberfläche.

Dort kann jeder jetzt den Namen, das Geburtsjahr und die Daten seines Leidens durch die Nazi-Schergen lesen. Zahlreiche Zuschauer, darunter Frank Skischus von der Stolperstein-Initiative, Bürgermeister Karl-Heinz Färber und Schüler, waren dabei.

Trotz seines hohen Ansehens war der gebürtige Treysaer Treibert bereits 1933 als Republikaner und Sozialdemokrat verfolgt, gedemütigt und misshandelt worden.

Nach Besse war erneut Gudensberg Ort der Demnig-Aktion. Nachdenklich und innerlich bewegt, erlebten die über 70 Menschen die Verlegung von weiteren 20 Stolpersteinen. Schüler der Grundschule begleiteten die Erwachsenen, ehemalige Schülerinnen der Dr.-Georg-August-Zinn-Schule trugen ihre Recherchen an den Verlegeorten vor.

Sogar vom Niederrhein hatte sich eine Familie auf den Weg nach Nordhessen gemacht, um die Wurzeln der eigenen Vorfahren zu erkunden.

Bürgermeister Frank Börner betonte, wie wichtig Zivilcourage sei. Auch das öffentliche Andenken vor den Häusern mahne gerade die Heranwachsenden, gegen rechtsextremes und menschenverachtendes Gedankengut deutlich Stellung zu beziehen. Die Sprecher der Initiative, Frank Skischus und Jens Haupt, kündigten an, dass die Aktion fortgesetzt werde. (zrf)

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