Gewerkschaft Verdi ruft zum Warnstreik auf – Betroffen sind auch Kitas im Kreis

Erzieher wollen mehr Geld

Schwalm-Eder/Kassel. Zu einem ersten Warnstreik wird es am morgigen Donnerstag, 19. März, bei den Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst des öffentlichen Dienstes kommen: Dazu ruft jeden falls die Gewerkschaft Verdi auf, nachdem in der ersten Verhandlungsrunde die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt haben.

In der ersten Verhandlungsrunde sei mit den Arbeitgebern über die Forderung nach neuer Eingruppierung intensiv diskutiert worden, schreibt Gewerkschaftssekretärin Gisela Horstmann in einer Pressemitteilung. Die Reaktion sei eindeutig ablehnend. „Wieder wurde uns die finanzielle Situation der Kommunen vorgehalten“, heißt es weiter.

Seit 2009 fordere Verdi die generelle Aufwertung der sozialen Berufe, schreibt Horstmann. Jetzt nehme man einen neuen Anlauf. Aufwertung bedeutet: Bessere Eingruppierung und bessere Bezahlung. Die Forderung ist je nach Beruf und Beschäftigungszeit unterschiedlich, aber im Durchschnitt beträgt sie etwa 10 Prozent.

„Es kann nicht sein, dass eine Erzieherin/ein Erzieher - um die größte der beteiligten Berufsgruppen zu nennen - nach 17 Beschäftigungsjahren mit 3289 Euro Brutto nach Hause geht - wenn sie denn überhaupt Vollzeit beschäftigt wird,“ so Horstmann weiter. 74 Prozent der Beschäftigten arbeiteten in Teilzeit. Für das Geld solle man dann Kinder liebevoll und geduldig betreuen, ihnen Toleranz vermitteln und Konfliktfähigkeit fördern und Gewaltprävention betreiben, kindgerechte Bildung vermitteln, den Bildungs- und Erziehungsplan umsetzen, Sprachscreening und Sprachförderung betreiben, behinderte, kranke oder verhaltensauffällige Kinder integrieren, die soziale Kompetenz der Kinder stärken, Projekte gestalten und Veranstaltungen organisieren.

Zum Warnstreik aufgerufen sind auch die Beschäftigten des Sozial- und Erziehungsdienstes des Schwalm-Eder-Kreises. Welche Kita genau geschlossen hat und welche ggf. geöffnet ist, könne von Gewerkschaftsseite nicht festgestellt werden, heißt es.

Die Beschäftigten treffen sich um 10 Uhr zu einer Kundgebung vor dem Kasseler Rathaus. Nach deren Ende werden sie in einer Demonstration durch die Kasseler Innenstadt zum Philipp-Scheidemann-Haus gehen. (red)

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