Landratswahl im Schwalm-Eder-Kreis

Aufregender Abend im Kreishaus in Homberg: Es war eine große Zitterpartie

Faire Verlierer mit Blumen: von links Michael Schär (CDU) und Stefanie Pies (Grüne) im Foyer des Kreishauses in Homberg.
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Faire Verlierer mit Blumen: von links Michael Schär (CDU) und Stefanie Pies (Grüne) im Foyer des Kreishauses in Homberg.

Mit Spannung haben Spitzenkandidaten der Kommunalwahl und Kandidaten der Landratswahl das Ergebnis im Kreishaus erwartet. Gegen 22 Uhr stand fest: Winfried Becker bleibt der Landrat des Schwalm-Eder-Kreises.

Schwalm-Eder – Dieser Wahlabend ist anders. Die Corona-Pandemie hat ihn fest im Griff und dafür gesorgt, dass im Kreishaus in Homberg kaum etwas los ist. Ein Eindruck von dem Geschehen vor Ort.

Landratswahl im Schwalm-Eder-Kreis: Die Kandidaten

Nach Winfried Becker trafen auch Stefanie Pies (Grüne) und Michael Schär (CDU) im Kreishaus in Homberg ein. Jeder von ihnen durfte vier Begleiter mitbringen. Pies kam mit Dr. Bettina Hoffmann, Spitzenkandidatin und Sprecherin der Kreisgrünen, sowie mit Hermann Häusling, Fraktionsvorsitzender der Kreis-Grünen. Schär wurde unter anderem von seiner Frau Sabine und Mark Weinmeister (CDU) begleitet.

Dr. Christoph Pohl (Freie Wähler) war nicht vor Ort. Er halte sich in Fritzlar auf, hatte er mitgeteilt. Darüber, dass der Landratskandidat nicht im Kreishaus anwesend war, zeigten sich einige der wenigen Gäste im Kreishaus irritiert. Über das Abschneiden von Pohl, der anfangs dicht an dicht mit Michael Schär lag, zeigte sich Konkurrent Winfried Becker erstaunt: „Das habe ich so nicht erwartet.“ Auch Pohl selbst war überrascht.

Mit Blick auf sein zwischenzeitliches, sehr knapp unter 50 Prozent liegendes Ergebnis sagte Becker, er wolle lieber bei eindeutigen 45 Prozent landen, als ganz knapp an den 50 Prozent vorbeizuschrammen. Damit wurde es nichts: Über den Abend wurden seine Nerven stark strapaziert. „Ich hätte ihm ein eindeutigeres Ergebnis gewünscht“, sagte Vize-Landrat Jürgen Kaufmann. „Bei all dem, was er in den vergangenen Jahren geleistet und bei all der Zeit, die er investiert hat“, so Kaufmann mit Blick auf Flüchtlings- und Coronakrise.

Landratswahl im Schwalm-Eder-Kreis: Die Stimmung

Wo sich sonst Politiker und ihre Begleitpersonen dicht an dicht am Wahlabend tummeln, herrschte am Sonntagabend vor allem Leere und Stille. In drei Räumen – dem Kreisausschusszimmer, dem Flur davor und in der Kantine – hielten sich maximal 50 Personen auf. Alle darauf bedacht, Abstand zu halten. Alle Anwesenden tragen FFP2-Masken. Im Eingangsbereich des Kreishauses mussten sie sich zuvor in Listen eintragen. Desinfektionsspender stehen bereit und werden auch regelmäßig genutzt.

Eine Einbahnstraßenregelung für in das Kreisausschusszimmer. Die Schilder „Eingang KA-Zimmer“ und „Kein Eingang“ sorgen immer wieder für Irritationen.

Obwohl Winfried Becker weit vor seinen Gegenkandidaten lag, war es für ihn eine Zitterpartie – denn sein Ziel war es gewesen, über 50 Prozent zu kommen und im ersten Wahlgang als Landrat bestätigt zu werden. Während er sich immer wieder eine Raucherpause gönnte, blickten alle anderen vor allem auf ihre Smartphones, um die Wahlergebnisse zu aktualisieren. Die Stimmung unter den Kandidaten war freundlich. Im Foyer trafen Becker, Pies und Schär immer wieder aufeinander und kamen ins Gespräch – über die Wahl.

Landratswahl im Schwalm-Eder-Kreis: Das Ergebnis

Auch wenn letztlich nur einer Sieger wurde, zeigten sich alle Kandidaten zufrieden mit den Ergebnissen. Er habe sich deutlich behauptet im Bewerberfeld und gehe zufrieden mit Platz zwei nach Hause, sagte Michael Schär.

Stefanie Pies freute sich über ihr Ergebnis, schließlich galt sie als Überraschungskandidatin. Vor allem über ihr gutes Abschneiden in ihrer Heimatgemeinde Edermünde zeigte sie sich glücklich, dort holte sie 28 Prozent. „Eine zweistellige Prozentzahl war mein Ziel.“ Politisch habe sie sich weitere Ziele gesetzt.

Besonders groß war der Jubel natürlich am Ende des Abends bei Winfried Becker und seiner Familie. „Ich bin total glücklich nach diesem hochspannenden Abend“, so Becker kurz nach 22 Uhr.

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