Endlich wieder ab ans Steuer 

Fahrschulen in Fritzlar-Homberg dürfen mit Einschränkungen wieder starten

Freuen sich, dass die Fahrstunden nun endlich wieder stattfinden dürfen: von links Fahrschüler Marius Ritter (15) und der Homberger Fahrlehrer Bernd Beutl. Foto: Christina Zapf

Die Coronakrise hat auch den Fahrschulen im Landkreis wochenlang den Wind aus den Segeln genommen. Seit Montag dürfen Fahrschüler wieder ans Steuer. Doch normal ist alles noch lange nicht.

Wochen lang waren die Fahrschulen in Deutschland ausgebremst – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Sowohl der Theorieunterricht als auch die praktischen Fahrstunden fielen aus. Alles wegen der Coronakrise. Alles, um Kontakte zu minimieren und das Infektionsrisiko zu senken. Soweit verständlich, finden auch viele Fahrlehrer im Altkreis Fritzlar-Homberg. Dass der Betrieb seit Montag wieder so langsam anrollt, sei beruhigend, und doch machen die vielen Einschränkungen den Start schwierig.

„Dass wir noch nicht mal die Motorradausbildung anbieten durften, ist nicht nachvollziehbar“, sagt Aribert Kirch, Vorsitzender der Fahrlehrervereinigung Hessen. Unverständlich sei auch, dass in Hessen die Lkw-Fahrschulen schon seit Ende März wieder ausbilden dürfen, obwohl der Kontakt zwischen Fahrschüler und -lehrer viel enger dabei ist. „Lkw-Ausbildungen werden aber als systemrelevant eingestuft“, sagt Kirch, der seit 35 Jahren Fahrlehrer ist.

Ihm fehlen hierbei die logischen Zusammenhänge. Denn seit Montag ist es erlaubt, zehn Lkw-Fahrschüler im Theorieunterricht gemeinsam zu unterrichten. Auto- oder Motorradfahrschüler hingegen dürfen nur zu fünft unterrichtet werden. „Das ist doch absurd. Wenigstens die Raumgröße müsste doch eine Rolle spielen“, sagt Kirch.

Auch der Homberger Fahrlehrer Bernd Beutl übt Kritik an den Auflagen, die bis vor Kurzem noch galten: „Ich bin zufrieden, dass wir so langsam wieder loslegen dürfen. Die Motorradausbildung allerdings hätte doch schon viel früher starten können.“ Nun heiße es ohnehin erst einmal: Viel regeln, planen und strukturieren. „Allein am Montag hatte ich zehn Fahrstunden im Terminkalender“, sagt Beutl. Nach jeder Stunde müsse gründlich desinfiziert werden. Gemeinsames Abholen der Fahrschüler sei nicht erlaubt. „Es darf immer nur einer mit mir im Auto sitzen“, erklärt er.

Karsten Grieneisen von der Fahrschule Thimm in Fritzlar kennt das Prozedere. „Wir starten nun möglichst jede Fahrstunde an der Fahrschule“, sagt er. So soll Zeit gespart werden, denn die Tatsache, dass immer nur ein Fahrschüler im Auto sitzen darf, mache das Abholen und Wegbringen der Schüler kompliziert.

Beide Fahrlehrer sind sich einig: Das Wichtigste sei nun, den Fahrschülern wieder Routine im Fahren zu geben, schließlich haben sie lange nicht mehr geübt. Dies und die Gesundheit hätten nun hohe Priorität.

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