Wegweiser für Patienten 

Falsche Ärztin in Fritzlar: Ombudsmann Roland Hoyer will neutraler Ansprechpartner sein 

+
Beschäftigt sich derzeit intensiv mit dem Fall der falschen Ärztin: Rechtsanwalt Roland Hoyer will Patienten und Angehörige als Ombudsmann unterstützen.   

Sicherheit geben, in schweren Zeiten da sein, neutral bleiben – das sind die Ziele von Ombudsmann Roland Hoyer. Er wurde vom Fritzlarer Hospital eingesetzt.

Damit will die Geschäftsführung denjenigen eine Anlaufstelle bieten, die sich vom Fall der falschen Ärztin, die über Jahre im Krankenhaus gearbeitet hat und für den Tod von vier Menschen verantwortlich sein soll, betroffen fühlen. „Ich möchte ein Wegweiser für Patienten sein“, sagt Hoyer selbst und erklärt, was genau darunter zu verstehen ist.

Der Rechtsanwalt und Notar, der die Anwaltskanzlei „Hoyer und Partner“ in Fritzlar mitbegründet hat, verfügt über einen großen Erfahrungsschatz. Über Jahrzehnte war er juristisch tätig. Mittlerweile ist er außer Dienst, arbeitet aber noch immer als Freier Mitarbeiter in der Kanzlei. Mit seinen 72 Jahren wartet nun eine ganz neue Aufgabe auf Hoyer.

Als Ombudsmann soll er Menschen, die Beratung im Fall der falschen Ärztin benötigen, unabhängig von jeglichen Interessen zur Verfügung stehen – und zwar ehrenamtlich.

Ob Infos zum Thema Schadensersatz oder zu Anlaufstellen für ärztliche, rechtliche und psychologische Beratung – es könne um ganz unterschiedliche Bedürfnisse gehen, sagt der 72-Jährige. „In erster Linie geht es darum, den Menschen genau zuzuhören.“ Manchmal sei das offene Ohr eines neutralen Ansprechpartners schon sehr viel wert.

Hoyer wolle sowohl Patienten als auch Angehörigen Wege aufzeigen und Fachleute vermitteln. Eine bedeutsame Anlaufstelle sei zum Beispiel die Gutachter- und Schlichtungsstelle für ärztliche Behandlungen an der Landesärztekammer Hessen. „Manche Menschen wollen sich schließlich unabhängig vom Hospital untersuchen lassen, wenn sie wissen, dass sie von der falschen Ärztin behandelt worden sind.“

Warum sich die Geschäftsführung ausgerechnet an Hoyer gewandt hat, darauf antwortet der Anwalt: „Dem Hospital war die langjährige Erfahrung wichtig – auch im Menschlichen.“ Trost spenden, Geduld haben – auch das seien nun seine wichtigen Aufgaben, sagt Hoyer. Auch das Krankenhaus selbst habe ihm die Bereitschaft zugesichert, Patienten und Angehörige bestmöglich zu unterstützen.

Ausdrücklich betont er, dass das Hospital seine eigenen Anwälte habe. „Es geht um die Menschen, das Krankenhaus muss sich selbst verteidigen.“ Durch vorbildliches Verhalten, da ist sich Hoyer sicher, habe dies jedoch gute Chancen, seinen Ruf wiederzugewinnen. Durch die noch kommenden schweren Zeiten müsse das Krankenhaus jetzt aber nun einmal durch. Was genau den 72-Jährigen nun in seiner neuen Funktion als Ombudsmann erwartet, das wisse er noch nicht. Er blicke vorbehaltlos auf die kommende Zeit: „Ich bin selbst gespannt.“

Kontakt: Wer sich in Fragen bezüglich der falschen Ärztin von Roland Hoyer beraten lassen möchte, kann sich bei „Rechtsanwälte Hoyer und Partner“ unter 0 56 22 / 9 88 40 melden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.