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Achtung: Falsche Polizisten im Schwalm-Eder-Kreis im Einsatz

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Von: Maja Yüce

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Markus Brettschneider Polizeihauptkommissar
Markus Brettschneider Polizeihauptkommissar © Rohde, Heinz

Schwalm-Eder – Betrüger haben gleich fünf Senioren in Fritzlar dazu bringen wollen, ihnen Bargeld und Schmuck zu übergeben. Sie gaben sich dabei am Telefon mal als Polizisten und mal als Staatsanwälte aus. Die gute Nachricht: In diesen fünf Fällen gingen die Täter leer aus, denn die Senioren, die in Fritzlar, Lohne und Obermöllrich wohnen, durchschauten den Trick und verständigten die echte Polizei. Doch das ist längst nicht immer so, weiß Markus Brettschneider, Polizeihauptkommissar der Polizeidirektion Schwalm-Eder. Kreisweit gebe es immer wieder wellenartig diese Anrufe – und sie würden gerade wieder mehr.

184 Trickbetrug-Fälle, bei denen ältere Menschen zum Opfer wurden, gab es 2021 im Kreis. Im Jahr davor waren es noch 142. Bei 84 der 184 Fälle handelte es sich um „falsche Polizisten“, 20-mal wurden Senioren Opfer des Enkeltricks, 16 Love-Scamming-Fälle (Online-Partnerbörse) gab es und 12 ältere Menschen fielen auf Gewinnversprechen-Anrufe rein. Wie viel Geld insgesamt erbeutet wurde, geht aus der Statistik nicht hervor.

Die fünf Betroffenen im Alter von 54 bis 95 Jahren aus Fritzlar, Lohne und Obermöllrich entlarvten am Dienstagabend die Masche der Telefon-Betrüger. Diese gaben sich als Polizist oder Staatsanwalt aus, erzählten von einem bevorstehenden Einbruch bei den Angerufenen und fragten diese nach Wertgegenständen. „Sie boten an, dass ein Polizist die Wertgegenstände abholt und in Sicherheit bringt“, sagt Brettschneider. Er betont: Die Polizei bitte nie um Geld.

Die Spur zu den Telefon-Betrügern führe meist in die Türkei. Dort operierten sie von Callcentern in mehreren türkischen Städten. „Das wissen wir“, sagt Brettschneider. Um an die Telefonnummer der Opfer zu gelangen, nutzen Betrüger digitale Daten, wie zum Beispiel das Telefonbuch. Dort suchten sie gezielt nach Personen mit alten deutschen Vornamen, wie Erna, Gottlieb oder Ingeborg.

Die Masche mit den „falschen Polizisten“ sei nicht neu, doch perfektionierten die Täter diese. Aber auch die vermeintlichen Opfer lernten dazu, wie die fünf Fälle aus Fritzlar zeigen. Foto: Polizei

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