Eine Familie unter Schock

Familienvater stirbt plötzlich – Freunde starten Spendenaktion

Volkmar „Volki“ und Nina Kandora an Weihnachten. Die Kinder Marvin, Davina und Vin haben ihren Vater verloren.
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Volkmar „Volki“ und Nina Kandora an Weihnachten. Die Kinder Marvin, Davina und Vin haben ihren Vater verloren.

Für Nina Kandora bricht eine Welt zusammen: Ihr Ehemann, Vater der drei Kinder und Hauptverdiener ist mit 49 Jahren plötzlich gestorben. Die Familie hat nun Existenzängste.

Sondheim – Volkmar Kandora, der Volki genannt wurde, erlitt kurz hintereinander zwei Herzinfarkte. Ärzte kämpften drei Wochen in der Klinik um sein Leben – vergebens. Er starb am 22. August. Nina Kandora muss nun trotz der großen Trauer um ihren Ehemann die Fassung bewahren, sich in dieser sehr schweren Zeit um die Kinder kümmern, die Beerdigung planen, die demnächst im engsten Familienkreis stattfindet, und – auch wenn es unfassbar schwerfällt – nach vorne blicken.

Denn der Familie fehle jetzt nicht nur ein geliebter Mensch, sondern auch ein wichtiger Halt im Leben, weiß Freundin Julia Schmidt aus Hess. Lichtenau. Volkmar Kandora, der bei Edeka-Hessenring in Melsungen arbeitete, war der Hauptverdiener. Deshalb kommt bei der jungen Witwe nun zur tiefen Traurigkeit auch noch Angst hinzu.

Nach Tod von Familienvater: Freunde haben Spendenaktion gestartet

„Es geht jetzt um ihre finanzielle Existenz“, sagt Schmidt, die mit drei weiteren Freunden eine Spendenaktion gestartet hat. Der Freundeskreis zögerte nicht lang: Gemeinsam mit Nina Vonholdt aus Frielendorf, Stefanie Degener aus Ziegenhain und René Jung aus Homberg setzt sie sich dafür ein, dass der Familie möglichst die finanzielle Last genommen werden kann.

„Vin ist sechs Jahre alt, er hat das Angelman-Syndrom und ist unter anderem auf einen Rollstuhl angewiesen“, sagt Schmidt. Deshalb hatte sich die Familie vor Kurzem einen rollstuhlgeeigneten Kleinbus zugelegt. „Der ist aber noch nicht abbezahlt“, sagt Schmidt. Und auch das Fachwerkhaus in Sondheim, in dem die Familie seit etwa neun Jahren lebt, sei noch nicht schuldenfrei.

„Sie haben sich mit dem Haus einen kleinen Traum erfüllt, es nach und nach saniert. Es ist aber auch noch einiges zu tun, damit es barrierefrei wird“, sagt Schmidt. Die 32-jährige Nina Kandora habe große Sorge, nun auch noch das Zuhause und den dringend benötigten Bus zu verlieren. „Deshalb haben wir ein Spendenkonto eingerichtet“, sagt Schmidt und betont, dass die Aktion in enger Abstimmung mit der Familie laufe.

Tod von Familienvater: Viele Menschen nehmen Anteil am Schicksal der Familie

Schon ein erster Aufruf bei Facebook habe große Resonanz gebracht. Viele Menschen nehmen Anteil am Schicksal der Familie. Unter anderem rufen „Angler mit Herz“ zur Unterstützung auf. „Wir sind überwältigt davon“, sagt Julia Schmidt. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen und wie ich jedem Einzelnen danken soll“, so Nina Kandora in einer Sprachnachricht an die Freundin.

„Nina ist sehr stark, sie hat schon immer den Alltag der Familie gewuppt, während Volkmar im Schichtdienst arbeitete.“ Den Alltag wuppen – was sich so normal anhört, war für Nina Kandora schon immer mehr als das. „Sie hat sich nicht nur um die Kinder gekümmert, sondern auch noch um ihre Oma, die Ur-Oma der Kinder“, sagt Julia Schmidt.

Die gemeinsame Freizeit habe die Familie immer sehr genossen – „Volkmar hat sich mit seinem großen Sohn Marvin aus erster Ehe für Fußball begeistert.“ Der 17-Jährige ist nach dem Tod seines Vaters nun Vollwaise. „Seine Mutter ist auch schon gestorben“, so Schmidt.

Tod von Familienvater: Freunde können kaum glauben, dass er nicht mehr da ist

Als Volkmar Kandora vor rund zehn Jahren seine Nina kennenlernte, später dann Davina (7) und Vin (6) zur Welt kamen, sei auch für Marvin die Welt wieder in Ordnung gewesen.

Volkmar Kandora sei ein fröhlicher, offener Mensch gewesen, ein sehr liebevoller Familienvater und Ehemann. Auch die Freunde der Familie können kaum glauben, dass er nicht mehr da ist. „Eigentlich wollte die Familie in den Urlaub nach Dahme fahren“, sagt Schmidt. Statt einer entspannten, glücklichen Zeit zu fünft an der Nordsee müssen Nina, Marvin, Davina und Vin Kandora nun das Schreckliche begreifen, die Wucht der Ereignisse verarbeiten, mit dem Tod des Partners und Vaters weiterleben – weil Glück so unfassbar zerbrechlich ist. (Maja Yüce)

Kontakt: Wer Familie Kandora helfen will, kann sich direkt an Julia Schmidt wenden: juliaelke88@web.de, 05602/909626.

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