Soldaten auch zur Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel schweren Gefechten ausgesetzt

Feldpost aus Afghanistan

Grüße auch an die HNA-Leser: Gute Wünsche aus Afghanistan.

Schwarzenborn/Masar-I-Scharif. Improvisierte Sprengladungen, Beschuss aus dem Hinterhalt und die Gefahr von Selbstmord-Attentaten bestimmen auch zu Weihnachten und zum Jahreswechsel den Alltag der Schwarzenborner Soldaten in Afghanistan. Seit Mai sind Soldaten des Jägerregiments aus dem Knüll in einem besonders brenzligen Einsatz unterwegs. Sie stellen eine Schnelle Eingreiftruppe (Quick Reaction Force) im Norden des Landes.

„Uns geht es gut, aber wir stehen weiterhin unter ständiger Bedrohung“, sagt Oberst Michael Matz, Kommandeur des Jägerregiments im Gespräch mit dieser Zeitung. Dem 50-Jährigen ist die Schnelle Eingreiftruppe aus Schwarzenborn unterstellt. „Es wird geschossen und gekämpft, teilweise mehrere Sunden lang.“ Erst am14. Dezember sei es zu einem besonders schweren Feuergefecht zwischen Schwarzenborner Soldaten und Aufständischen gekommen. Ein Kamerateam war vor Ort und filmte während des Zwischenfalls nahe der nordafghanischen Stadt Kunduz.

„Hier wird geschossen, hier gibt es Verwundete.“

Oberst Michael Matz

Die Soldaten des Jägerregments waren an einer Brücke circa zehn Kilometer nordwestlich von Kunduz mit Handfeuerwaffen und Panzerabwehrhandwaffen beschossen worden.

Gemeinsam mit den afghanischen Polizisten erwiderten die Deutschen das Feuer. Daraufhin flohen die Angreifer. Deutsche Soldaten sowie afghanischen Polizisten wurden nicht verwundet.

Auf Unverständnis stößt dabei die aktuelle politische Diskussion um den Afghanistan-Einsatz. Es gehe nicht um die Sache, meint Matz, denn der Alltag vor Ort sehe anders aus als viele es sich vorstellen können: „Hier wird geschossen, hier gibt es Verwundete.“

Insgesamt sei die Truppe dennoch gut drauf, auch wenn es gerade um die Weihnachtszeit etwas schwieriger sei, sagt Matz. „Da denken alle einmal mehr an die Lieben zu Hause.“

Unmengen weihnachtliche Post und Päckchen seien angekommen, gefüllt mit Stollen, Plätzchen und Geschenken. „Post tut uns gut“, so der Kommandeur. Die Heimat ist weit, dennoch musste kürzlich ein Schwarzenborner nach Hause transportiert werden. Er hatte sich einen komplizierten Knochenbruch zugezogen, als er im Feldlager, das nachts vollkommen abgedunkelt ist, in einen Wassergraben gestürzt war. Seit Einsatzbeginn im Frühjahr wurden bei Kämpfen drei Schwarzenborner verwundet, zwei davon schwer. Der Ausblick aufs Neue Jahr: Noch 120 Tage werden die Schwarzenborner in Afghanistan sein – in einer äußerst gefährlichen Mission.

Von Sylke Grede

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