In Bad Zwesten hat das 13. Schach-Turnier begonnen – 63 Spieler treten an

Ein Fest für Strategen

Volle Konzentration: Jüngste Spielerin des Turniers in Bad Zwesten ist Carolin Diener aus Frankfurt, die mit acht Jahren in der Amateurklasse antritt. Foto: Mangold

Bad Zwesten. „Schwarz drückt die Uhr, Weiß beginnt“, mit diesen Worten startete der Leitende Schiedsrichter Ralf Schöngart am Samstag um 18 Uhr die Eröffnungsrunde des 13. Schachfestivals im Bad Zwestener Kurhaus. Vom 2. bis zum 6. Januar wird dort in neun Runden um den Sieg gekämpft.

Im vergangenen Jahr war das traditionelle Turnier ausgefallen, nun findet es unter neuer Leitung statt. Zusammen mit der Kurverwaltung organisierte der Stuttgarter Jürgen Lenz das Bad Zwestener Open. Er veranstaltet Schachturniere in Deutschland und Österreich.

Kleineres Teilnehmerfeld

In der Vergangenheit seien Fehler gemacht worden. Dadurch sei das Vertrauen in die Organisation gesunken und die Teilnehmerzahl geschrumpft, erklärte Lenz. Insgesamt nehmen jetzt 63 Spieler am Turnier teil, aufgeteilt nach Spielstärke in Amateure und Meister. Früher sei die Teilnehmerzahl in Bad Zwesten im dreistelligen Bereich gewesen, erinnerte sich Schiedsrichter Ralf Schöngart.

Dabei sind auch international bekannte Größen wie Großmeister (GM) Romauld Mainka aus Dortmund, der Internationale Meister (IM) Anatoly Dochenko, dessen elfjähriger Sohn Alexander ebenfalls im Meisterturnier antrat.

Zum ersten Mal dabei ist der 13-jährige Maximilian Söder aus Hann. Münden. Vater Sven Jäger begleitete den Sohn zum Spiel. „Er hat erst vergangenes Jahr im Verein angefangen“, erzählte er.

Das Schachspielen habe der Junge zu Hause vom Opa gelernt, mit einem Freund kam er zum Schachclub. Dort seien acht Jugendliche mit etwa gleicher Spielstärke und im gleichen Alter, die sich einmal in der Woche zum Spielen treffen und sich gegenseitig anstachelten.

Mehrmals im Jahr fährt er mit dem Sohn zu den Ligaspielen. „Wenn er so eine Partie gespielt hat, ist er völlig fertig“, erzählte der Vater. Schach sei zwar anstrengend, übe aber die Konzentrationsfähigkeit. Seit Maximilian intensiv Schach spiele, stiegen die schulischen Leistungen.

Ähnlich berichtete das auch Annette Wagner aus Kassel, die ihren Sohn Dennis zum Schachfestival begleitete. „Das liegt an der Organisation dieser Kinder“, sagte sie. Obwohl Dennis wegen der Schachturniere häufig in der Schule fehle, komme er gut zurecht.

Jung und erfolgreich

Mit gerade mal zwölf Jahren blickt Dennis auf eine beachtliche Schachkarriere zurück: Er ist amtierender Deutscher Meister der Jugendklasse U 12, war bereits schon mal mit 10 Jahren Deutscher Meister, gelangte bei der Europameisterschaft in der Türkei auf Platz 17 und erreichte bei der Jugendweltmeisterschaft 2008 in Vietnam den neunten Platz.

Als er sechs Jahre alt war, brachte ihm sein Vater das Schachspielen bei. „Ab dann hörte er nicht mehr auf“, erinnerte sich die Mutter.

Beim Spiel herrschen strenge Regeln: Das Benutzung von elektronischen Geräten ist verboten. Nach jedem Zug drückt der Spieler auf die Uhr am Spielfeldrand, um seine Zeit zu stoppen und notiert den Spielzug auf einem Block. Jeder Spieler hat einen festgelegten Vorrat an Bedenkzeit. Wer seine Zeit aufgebraucht hat, ohne die Partie zu beenden, hat verloren. In den Runden werden die Spieler nach ihrer Spielstärke gesetzt. Gewinner spielen gegen Gewinner, Verlierer gegen Verlierer.

Von Bettina Mangold

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