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Feuerwehrstützpunkt ist zentrales Thema bei dem Projekt „Losland“

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Von: Lea Beckmann

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Das Projekt „Losland“ soll Homberg enkeltauglich machen: Die teilnehmenden Bürger beschäftigten sich mit der weiteren Nutzung des jetzigen Feuerwehrstützpunktes in Homberg.
Das Projekt „Losland“ soll Homberg enkeltauglich machen: Die teilnehmenden Bürger beschäftigten sich mit der weiteren Nutzung des jetzigen Feuerwehrstützpunktes in Homberg. © Lea Beckmann; Golden Moments, Privat

Die Stadt Homberg nimmt an dem Projekt „Losland – Zukunft vor Ort gestalten“ teil. Im ersten Quartal dieses Jahres wurde die Teilnahme in der Stadtverordnetensitzung beschlossen.

Homberg – Das Projekt verfolge das Ziel, Homberg enkeltauglich zu gestalten. Wir haben mit Bürgermeister Dr. Nico Ritz und Anna Knieriem, „Losland“-Koordinatorin, über den bisherigen Ablauf des Projektes gesprochen.

Herr Ritz, Frau Knieriem, wie blicken Sie auf das Projekt bislang zurück?

Ritz: Wenn man sich den Prozess für das Jahr 2022 anschaut, dann hat uns das Projekt auf jeden Fall weitergebracht. Es hat uns deshalb weitergebracht, weil wir ein neues Beteiligungsformat strukturiert angewendet haben und wir gemerkt haben, wie intensiv so etwas sein kann und wie tiefgehend sich die gelosten Teilnehmer mit der Materie auseinandergesetzt haben. Das hat mich schon sehr beeindruckt.

Knieriem: Ich kann mich dem nur anschließen. Ich habe jeden Schritt hautnah miterlebt – von der ersten Stadtverordnetenvorlage für den öffentlichen Beschluss von der Kommunalpolitik, dass wir an dem Projekt teilnehmen, über die Vorbereitung der Losung, das Anschreiben der ausgewählten Bürger bis hin zur Vorbereitung des Wochenendes, an dem der Zukunftsrat zwei Tage über die Frage: ‘Wie kann der alte Feuerwehrstützpunkt genutzt werden‘, beraten hat. Es war insgesamt ein respektvolles Zusammenarbeiten.

Zusammenfassend sind Sie also bislang mit dem Projekt zufrieden?

Knieriem: Ja. Auch die Teilnehmer des Zukunftsrates haben durchweg eine positive Rückmeldung gegeben. Sie haben sich total wohlgefühlt während des Zukunftsrat-Wochenendes in der Kindertagesstätte Osterbach. Das waren eineinhalb Tage mit einem straffen Programm, aber es waren alle, sowohl die jüngeren als auch die älteren Teilnehmer, sehr zufrieden.

Es ist ja eine Bürgerbeteiligung. Was bringt dieser Ansatz der Stadt?

Ritz: Bürgerbeteiligung ist aus mehreren Gründen wichtig. Der erste Grund ist, dass die Bürger sehen, dass nicht andere für sie die Stadt gestalten, sondern dass sie ihr unmittelbares Lebensumfeld selbst beeinflussen können. Der zweite Punkt ist, dass es für die kommunale Politik eine wichtige Hilfestellung ist, zu merken, wie denn das Stimmungsbild in der Bürgerschaft ist. Und der dritte Punkt: Es ist wichtig, Politikverdrossenheit und den damit einhergehenden Gefahren für die Demokratie entgegenzuwirken.

Warum hat man sich bei dem Projekt auf die neue Nutzung des alten Feuerwehrstützpunktes konzentriert?

Knieriem: Es ist so, dass zu dem Projekt „Losland“ neben dem Zukunftsrat noch ein weiterer Baustein gehört – das ist die Steuerungsgruppe. Bei der ersten Sitzung der Steuerungsgruppe haben wir über diese Frage gesprochen. Wir haben gefragt, was in Zukunft wichtig sein könnte, und so sind wir auf den Feuerwehrstützpunkt gekommen.

Welche Ideen gibt es für den jetzigen Feuerwehrstützpunkt?

Ritz: Es sind tatsächlich vier unterschiedliche Ansätze entwickelt worden. Vier Gruppen haben folgende Empfehlungen für den Feuerwehrstützpunkt präsentiert: ein Kulturzentrum für Generationen, ein Mehr-Generationenhaus, ein Feuerwehr-Mitmachmuseum, um so den Tourismus zu fördern. Und der letzte Ansatz ist die nachhaltige und wandlungsfähige Umgestaltung. Dabei geht es um die Frage wie gestaltet man das Gebäude so nachhaltig und wandlungsfähig um, dass es auch noch nach Jahren für Gruppen und Angebote nutzbar bleibt. Das Spannende daran ist, dass sich die Ideen und Ansätze gar nicht allein auf den Feuerwehrstützpunkt reduzieren lassen, sondern dass diese Frage nach dem Feuerwehrstandort insgesamt auch eine Frage nach den Bedürfnissen im gesamten Homberger Innenstadtbereich ist. Insofern sind die Ergebnisse eine gute Grundlage für weitere Themen der Stadtentwicklung.

Wie geht es mit dem Projekt „Losland“ weiter?

Ritz: Nachdem wir jetzt die Ergebnisse in der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt haben, geht es dann mit einer Transferphase weiter. Wir werden im Prozess vor mindestens zwei großen Herausforderungen stehen. Die Erste ist, dass man schauen muss, welche Ideen passen denn gut auf den Feuerwehrstützpunkt und welche an anderer Stelle. Und die zweite Herausforderung ist einfach die zeitliche Komponente. Wir sind bei einem Projekt, das wie auch immer es aussehen mag, nicht vor 2032 oder 2035 realisiert werden kann. Das bedeutet, dass man das Ganze auch zeitlich einordnen muss und die weiteren Prozessschritte gut vorbereitet werden müssen.

(Lea Beckmann)

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