Fließender Wechsel im Kreisfrauenbüro: Bärbel Spohr ist neue Beauftragte

Bilden ab sofort ein starkes Team: Gerlinde Eckhardt (2. von links) und Bärbel Spohr (2. von rechts) sind die beiden Frauenbeauftragten des Landkreises. Spohrs Vorgängerin Trudi Michelsen (ganz rechts) geht nach genau 20 Jahren als Kreisfrauenbeauftragte neue Wege. Links Landrat Winfried Becker. Foto:  Brandau

Schwalm-Eder. Es ist ein klarer Schnitt. Aber auch einer, der allen Beteiligten als logisch erscheint: Bärbel Spohr ist die neue Kreisfrauenbeauftragte. Die ehemalige Mitarbeiterin des Jugendbildungswerks folgt auf Trudi Michelsen, die nach exakt 20 Jahren im Amt ihre Stelle aufgibt, um mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen zu können.

Der Abschied von Michelsen sei mit einem lachenden, aber auch mit einem weinenden Auge verbunden, sagte Landrat Winfried Becker. Denn die 57-Jährige habe sich über zwei Jahrzehnte hinweg kontinuierlich und intensiv um Themen gekümmert, die Frauen innerhalb und außerhalb der Kreisverwaltung bewegen. Michelsen hatte sich mit Vehemenz dafür eingesetzt, dass der ehemalige Tabu-Bereich häusliche Gewalt aus der Dunkelzone geholt und das Frauenhaus des Landkreises zum selbstverständlichen Bestandteil des Hilfesystems wurde. Auch wenn sie vieles verändert hat, das gesellschaftliche Bewusstsein für die Gleichberechtigung größer geworden ist, so sieht Michelsen doch noch viele Bereiche, in denen akuter Handlungsbedarf besteht. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stelle auch weiter eine Dauerbaustelle dar, sagt die 57-Jährige. Ebenso wie die Bekämpfung der Altersarmut von Frauen, der Pflege von Eltern, Betreuung der Kinder und nicht zuletzt die Forderung der Frauen nach dem selbem Lohn für die selbe Arbeit wie ihn auch Männer erhalten: „Es sind viele Themen, die noch nicht abgearbeitet sind“, sagt Michelsen.

Ihnen will sich Bärbel Spohr widmen. Den Schritt vom Jugendbildungswerk mit dem Schwerpunkt Mädchenarbeit ins Frauenbüro bezeichnet die 50-Jährige als „fast schon natürlich“: Denn er stelle nicht etwa einen Bruch, sondern vielmehr eine Fortsetzung ihrer Arbeit dar. Spohr will sich für eine moderne Frauenförderung einsetzen, eine, die auch die jüngeren Generationen anspricht. Die Themen, die das neue Team des Frauenbüros angehen will, sollen sich mit den Chancen und Möglichkeiten auseinandersetzen, die Frauen heute in der Gesellschaft haben - ohne dabei die immer noch bestehenden Probleme aus den Augen zu verlieren. „In den 80er Jahren hat man sich den damals herrschenden Defiziten orientiert, hat nur gesehen, was alles nicht geht“, sagt Spohr. Damit aber könnten junge Frauen heute nur wenig anfangen. „Das Emanzentum von damals ist der Freiheit gewichen, das Leben gestalten und Chancen nutzen zu können.“

Die Arbeit des neuen Teams im Frauenbüro wird sich um genau diese Chancen und Herausforderungen, aber auch um immer noch bestehende Hürden und Hemmnissen drehen. Zusammen mit ihrer Kollegin Gerlinde Eckhardt (45) wird sich Bärbel Spohr für die Frauenförderung im Schwalm-Eder-Kreis einsetzen. Die beiden wollen sich nach innen gegenseitig ergänzen und unterstützen, nach außen Gespräche, Diskussionen und Ideen anbieten. Für die Frauen im Landkreis bedeutet das, dass sie weiterhin richtig gute Ansprechpartnerinnen haben.

Und für Trudi Michelsen heißt das, dass sie mit einem guten Gefühl gehen kann. Es sei ein nahtloser Übergang, sagt sie. Für sie - und für die Frauen im Schwalm-Eder-Kreis.

 

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