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Fridays for Future: Demonstranten fordern, stärker auf erneuerbare Energie zu setzen

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Von: Christine Thiery

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Lisa Amling und Sarah Ackermann vom Summer of Pioneers bei der Fridays for Future Demonstration auf dem Homberger Marktplatz
Lisa Amling und Sarah Ackermann vom Summer of Pioneers bei der Fridays for Future Demonstration auf dem Homberger Marktplatz © Christine Thiery

Fridays for Future-Demonstranten trafen sich in Homberg und Fritzlar, um für mehr Klimaschutz und für weitere Veränderungen zu demonstrieren.

Homberg – Es waren längst nicht so viele Menschen wie erwartet, die dem Aufruf gefolgt waren: Die erste Fridays for Future-Demonstration auf dem Homberger Marktplatz seit Langem war weniger ein Auflauf an Schülern, die sich für den Klimaschutz einsetzen, als einer von einigen an Klimaschutz interessierten Bürgern unterschiedlicher Altersgruppen. Etwa vierzig Menschen kamen dort am Freitag, 25. März, zusammen. Passend zum Thema prallte die Sonne gnadenlos auf die Demonstranten am Marktplatz – und trotzdem war die Stimmung eher gedrückt statt aufgeheizt.

Thorben Utpatel hatte die dritte Fridays for Future Demo in Homberg organisiert. „Warum bin ich hier?“ – das sollte sich jeder fragen und so mit anderen Teilnehmern ins Gespräch kommen. Klimawandel bekomme angesichts des Krieges in der Ukraine noch mal eine ganz andere Dimension, sagte er. Man sehe, wie wichtig es werde, von Rohstoffen wie Erdöl unabhängiger zu werden. Nun zeige sich, wie wichtig Klimapolitik sei. Klimaschutz sei auch Kriegsschutz.

Fridays for Future-Demonstration in Homberg

Das machten die Abhängigkeiten von Russlands Gas und Öl jetzt klar. Erneuerbare Energien könnten zum Frieden beitragen. Sie könnten sogar der Schlüssel zu einer wirtschaftlich guten Entwicklung sein. Klimapolitik sei zwar ein globales Thema, dennoch solle man immer auch das Augenmerk darauf lenken, was man vor Ort tun könne. Das sollte nicht nur privat eine größere Rolle spielen, sondern auch in den kleinen kommunalen Parlamenten könne man Entscheidungen stärker danach ausrichten und vieles tun.

Demonstrierten in Homberg: von links Konstantin Walde, Felix Bork, Antonia und Jolanda Walde, Maimee und Theodor Rehm.
Demonstrierten in Homberg: von links Konstantin Walde, Felix Bork, Antonia und Jolanda Walde, Maimee und Theodor Rehm. © Christine Thiery

Derzeit vermischten sich die Themen, sagten auch Lisa Amling und Sarah Ackermann. Beide sind nach dem Summer of Pioneers in Homberg geblieben. „Wir brauchen Frieden und gesundes Klima“, sagte sie. „Es gibt keinen Planeten B“, hieß es auf einem Plakat. Konstantin Walde war mit einem Spruch auf Tour: „Warum schickt ihr uns in die Hölle?“ fragte er auf seinem Plakat. Auf die Frage, warum er denn teilnehme, antwortete Felix Bork aus Remsfeld schlicht: „Weil es wichtig ist.“ Demonstrieren sei die beste Möglichkeit, auf Probleme aufmerksam zu machen und Veränderung zu beschleunigen.

Fridays for Future fordern mehr Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen

Der Vorsitzende des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Schwalm-Eder, Erik Allmacher, sagte: „Mitmachen ist wichtig.“ Es müssten alle etwas unternehmen. Dass das Ruhrgebiet wieder blau statt grau sei, sei eine Folge des Kohleausstiegs. Trotzdem: „Wir haben eine Klimakrise, auch vor Ort.“ Von der einstigen großen Artenvielfalt auf den Feldern im Landkreis sei nicht mehr viel übrig.

Der Klimawandel werde sich auch auf die hiesige Landwirtschaft negativ auswirken, befürchtete Allmacher. Trockene Felder und weniger Wasser seien bereits Folgen. „Heiße Sommerperioden und Starkregen werden sich abwechseln.“ Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine sagt er: Putin habe die Fäden in der Hand, auch wegen der Abhängigkeiten von Gas und Öl. Es sei ein Fehler gewesen, sich derart von Russland abhängig zu machen. (Christine Thiery)

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