Olliver Heinemann ist neuer evangelischer Pfarrer für die Gemeinden in Wabern und Uttershausen

Frische Farbe im alten Pfarrhaus

Mit Blick auf die Waberner Kirche: Pfarrer Olliver Heinemann ist mit seiner Familie im Pfarrhaus in Wabern eingezogen. Foto: Dellit

Wabern/Uttershausen. Frische Farbe – danach riecht es zurzeit am Eingang des Waberner Pfarrhauses. Kein Wunder, die Eingangstür wurde frisch gestrichen; und zwar gleich dreimal, wie Olliver Heinemann erzählt.

Er ist noch fast genauso neu im Pfarrhaus wie die Farbe an der Eingangstür. Am vergangenen Sonntag wurde er als neuer Pfarrer für Wabern und Uttershausen ins Amt eingeführt. Gemeinsam mit seiner Frau Christine und den Söhnen Elias (7) und Boas (4) ist der 44-Jährige in das schmucke Fachwerkhaus eingezogen.

Bis nach Helsinki

Zuvor ist der Theologe, der in Mainz studiert hat, viel herumgekommen. Er war für die Kirche in Jerusalem, absolvierte sein Vikariat in Kassel-Harleshausen und machte sich im Auftrag der Kirche bei einem Forschungsprojekt Gedanken über deren Zukunft. Unter anderem sah er sich dabei ein Projekt im fernen Helsinki an.

Gemeindepfarrer war Heinemann in Fritzlar-Geismar gewesen, später wurde die Stelle halbiert, dazu kam eine weitere Hälfte in Gudensberg. Doch das habe nicht gut funktioniert, sagt Heinemann.

Er freue sich, jetzt wieder für eine etwas größere Gemeinde da zu sein, knapp 2100 Protestanten gehören zu seiner Gemeinde. „Man ist dicht an den Menschen dran“, sagt Olliver Heinemann über das Amt. Die persönlichen Beziehungen, die Kontakte zu Vereinen und anderen, das gefalle ihm.

Besonders gerne arbeite er mit Kindern und Jugendlichen, sagt Heinemann: „Das war immer die größte Herausforderung.“ Er wolle vermitteln, was die Kirche alles Tolles anbiete und wie der Glaube helfen könne. Wenn das gelinge, sei es ein Erfolg.

Heinemann ist von seinem Elternhaus geprägt: Seine Mutter Ute Heinemann war viele Jahre lang Präses der Landessynode, sein Vater Horst Professor für Religionspädagogik in Kassel, auch Bruder Krischan ist Pfarrer.

Die Sache mit der Zukunft

Die Zukunft beschäftigt Olliver Heinemann. Nicht nur in seinem Forschungsprojekt für die Kirche befasste sich Heinemann mit der Zukunft. In seinem Regal stehen auch etliche Star-Trek-Bücher, die Geschichten vom legendären Raumschiff Enterprise.

Die Zukunft seiner Kirche soll auch in seiner Gemeinde Thema für ihn bleiben. „Wie leben wir Evangelische eigentlich unseren Glauben?“, fragt er sich.

Die Kirche dürfe sich nicht verbiegen, müsse aber neben den alten auch neue Ausdrucksformen finden.

Vielleicht ist auch da frische Farbe gefragt, so wie auf der Tür zum Waberner Pfarrhaus – notfalls auch dreimal.

Von Olaf Dellit

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