Nikolaustag

Fritzlar-Homberg: Clobesabend unter Corona-Bedingungen

Roland Wohlrab vom gleichnamigen Bettenhaus in Homberg.
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Bietet das ganze Jahr über Qualität und Beratung und am Clobesabend auch Süßigkeiten – wenn auch nicht diese, die er da am Foto zeigt: Die neuen Regeln stellen Roland Wohlrab vom gleichnamigen Bettenhaus in Homberg vor eine Herausforderung.

Die Frage, wie denn der Nikolausabend am Montag unter der neuen 2G-Regelung stattfinden kann, beschäftigt viele Kaufleute. Traditionell kommen Kinder in die Geschäfte, um einen Spruch aufzusagen und dafür Süßigkeiten zu bekommen.

Homberg/Fritzlar/Besse – „Wir überlegen seit Tagen, wie wir das am Klügsten organisieren“, sagt Roland Wohlrab vom Homberger Fachgeschäft Betten Wohlrab. Entweder, so die Überlegung, muss das Team draußen vor der Ladentür eine Art Stand aufbauen – oder Kinder und Eltern drinnen testen oder Nachweise vorzeigen lassen.

„Die neuen Vorgaben machen uns ja zu Kontrolleuren, wenn wir nicht Gefahr laufen wollen, eine Strafe zu kassieren“, sagt Wohlrab. Die neuen Regeln seien eine neue Herausforderung, aber: „Wir werden eine gute Lösung finden“, sagt Wohlrab. „Wir sind vor allem froh, dass wir den Laden nicht ganz zumachen müssen – das wäre schlimm fürs Weihnachtsgeschäft.“

Clobesabend im Kreisteil Fritzlar-Homberg: Geschäfte sind gut vorbereitet

Der Homberger Rewe-Markt bereitet den Nikolausabend schon seit Tagen sozusagen generalstabsmäßig vor: Bis Mitte dieser Woche konnten dort Kinder aus Pappe gefaltete und mit ihren Namen versehene Stiefelchen abgeben, die die Mitarbeiter nun befüllen. Am Montagabend holen die Kinder sie wieder ab: „Spontane Nikoläuse, die einfach so auf der Matte stehen, die gibt es bei uns schon seit vielen Jahren nicht mehr“, sagt Inhaber Kai Mohr.

Dafür wollten tatsächlich viele Homberger Kinder die Chance auf ein Rewe-Stiefelchen nutzen: Rund 250 Pappbehälter haben die Mitarbeiter schon gepackt, die Stiefelchen drängen sich schon in zwei dicht gepackten Einkaufswagen. „Das ist eine saubere, gut planbare Aktion“, sagt Kai Mohr. Der Nikolausabend bereitet ihm also kein Kopfzerbrechen.

„In den vergangenen Jahren hat Halloween den Nikolausabend in der Beliebtheit abgelöst“, sagt Angelika Waldmann. Sie betreibt die beiden Spielzeugläden „Villa Kunterbunt“ in Fritzlar und in Borken. Es seien am Clobesabend immer weniger Kinder gekommen, daher habe sie auch wenig Bedenken, dass es am Montag besonders voll werden könnte. „Falls doch sehr viel los sein sollte, begrüßen wir die Kinder an der Tür.“ Egal wie es kommt, „für jedes Kind, das in unseren Geschäften vorbeikommt, haben wir eine Kleinigkeit vorbereitet“, sagt Waldmann.

Für Ralph Müller vom gleichnamigen Uhren-Schmuck- und Optikergeschäft in der Borkener Bahnhofstraße ist es der letzte Nikolausabend, um dessen Gestaltung er sich Gedanken machen müsste – er schließt das Familienunternehmen am Ende des Monats. Außerdem: Als Optiker unterliegt sein Geschäft der 3G-Regelung. Am Montag, dem Nikolaustag, muss er den Laden bereits am späten Nachmittag schließen, doch ist Ralph Müller sicher, dass nicht allzu viele Kinder unterwegs sein werden: Wie auch Angelika Waldmann hat er festgestellt, dass der Halloween-Abend Nikolaus längst den Rang bei Kindern und Jugendlichen abgelaufen hat: „Im Laufe der Jahre schauten immer weniger Nikoläuse vorbei, dafür kamen von Jahr zu Jahr mehr an Halloween.“

Von Daniel Seeger Und Claudia Brandau

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