Bagger im Einsatz

Abriss fürs Bürgerbüro startet: Fritzlarer sollen eine barrierefreie Anlaufstelle bekommen

Ein Bagger steht im Schutt auf einem Innenhof
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Geplant ist ein Bürgerbüro: Teile der ehemaligen Rolandstuben müssen abgerissen werden, damit Neues entstehen kann.

Dort, wo in Fritzlar früher die Rolandstuben waren, reißt nun ein Bagger Gebäudeteile ab. Doch das hat seinen Sinn: Ein neuer Anlaufpunkt soll entstehen.

Fritzlar – Es staubt, es ist laut und es liegen dicke Steine herum – im Innenhof hinter dem Fritzlarer Rathaus sieht es derzeit wild aus. Bagger reißen Teile auf der Rückseite des Gebäudes der ehemaligen Rolandstuben ab. Doch hinter dem derzeit chaotischen Anblick steckt ein sorgfältiger Plan. Schon lange will die Stadt Fritzlar nämlich ein barrierefreies Bürgerbüro entstehen lassen.

Das Haus am Marktplatz, das die Stadt Fritzlar Anfang 2018 aus einer Zwangsversteigerung gekauft hat, wird saniert und umgebaut. Neben einem zentralen Bürgerbüro, bei dem die Fritzlarer Alltägliches regeln können, soll auch die Tourist Info künftig dort erreichbar sein.

„Die Pläne müssen noch von den politischen Gremien beschlossen werden“, erklärt Bürgermeister Hartmut Spogat. Sollte dies reibungslos ablaufen, rechne der Rathauschef noch in diesem Sommer mit der Ausschreibung und im Laufe des Jahres mit einer Baugenehmigung.

Neues Bürgerbüro in Fritzlar: Abriss dauert noch vier Wochen

Die Abrissarbeiten haben in der vergangenen Woche begonnen, noch etwa vier Wochen werden sie andauern. Zunächst wurden Vorarbeiten geleistet, Teile als Müll entsorgt und verwertbares Material aus dem Abriss, zum Beispiel altes Eichenholz und Sandsteine, für die Sanierung und den neuen Eingang aufbewahrt.

„Die zentrale Lage des Bürgerbüros soll die Menschen aktivieren“, so Spogat. Barrierefreie Zugänge hätten in einer Stadt wie Fritzlar höchste Priorität. Vom Marktplatz aus könne man sich das Ganze wie ein kleines Servicezentrum mit einigen Serviceplätzen, einem Empfang und einer Wartezone vorstellen. Aber auch der bisherige Rathauseingang soll weiterhin bestehen bleiben.

Mitarbeiter des Einwohnermeldeamtes oder aus dem Bereich Ordnung und Soziales zum Beispiel würden voll und ganz in den neuen Trakt umziehen. In den bisherigen Räumen würde Platz geschaffen – und der ist auch nötig, sagt Spogat. „Wir benötigen vor allem für die Vorplanung des Hessentages 2024 Sitzungsräume.“ Die seien bislang Mangelware im Rathaus.

Neues Bürgerbüro in Fritzlar: Förderung durch „Lebendige Zentren“

Doch es ist nicht nur das neue Bürgerbüro mit Marktplatzanbindung, das in den alten Rolandstuben entstehen soll. In zwei Geschossen sind kleine Wohnungen geplant. Sie werden aus städtischer Hand finanziert. Insgesamt belaufen sich die Kosten für das gesamte Projekt auf etwa 3 Millionen Euro. Das Bürgerbüro kann mit 60 bis 70 Prozent über das Programm „Lebendige Zentren“ gefördert werden.

Bei der 2018 ersteigerten Fläche handelt es sich um ein 624 Quadratmeter großes Nachbargrundstück neben dem Rathaus. Neben einigen Wohnungen und der ehemaligen Gaststätte Rolandstuben gehört dazu außerdem der Innenhof, der das Gebäude mit dem Rathaus verbindet. Um die Barrierefreiheit vollständig zu gewährleisten, wird auch noch ein Aufzug gebaut. (Daria Neu)

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