Adventszauber im Schaufenster

Inhaber der Fritzlarer Apotheke St. Martin dekorieren jedes Jahr aufwendig zur Adventszeit

Adventsatmosphäre in der Apotheke: Dekoexpertin Diana Solf lässt aus tausenden Einzelteilen ein faszinierendes Winterwunderland entstehen.
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Adventsatmosphäre in der Apotheke: Dekoexpertin Diana Solf lässt aus tausenden Einzelteilen ein faszinierendes Winterwunderland entstehen.

Jedes Jahr zur Adventszeit wird im Schaufenster der St.Martin-Apotheke in Fritzlar aufwendig dekoriert. Die Fritzlarer können kleine Karussells, goldene Sterne und filigrane Figuren bestaunen. Es ist eine Winterwunderwelt.

Fritzlar – „Mama, Mama, schau mal, das dreht sich bestimmt bald“, schallt es am frühen Samstagabend durch die Kasseler Straße in Fritzlar. Fasziniert drückt ein kleiner Junge seinen Zeigefinger gegen die frisch geputzte Schaufensterscheibe der St. Martin Apotheke, in der sich gerade etwas breit macht, das man guten Gewissens als Weihnachtsmagie bezeichnen kann.

Da hört man die Engelschöre förmlich singen und sieht die Schneeflocken rieseln, und das, obwohl die Weihnachtswichtel und -elfen um Apotheker Alexander Gerhold noch lange nicht fertig sind. „Wir haben am späten Vormittag angefangen“, sagt er umringt von unzähligen Kisten voller Deko, Tannenbäumen und Kunstschnee, die er für Diana Solf aus den Tiefen des Apothekenkellers nach oben geholt und im Verkaufsraum bereitgestellt hat.

„Wir haben schon vor Wochen mit den Vorbereitungen begonnen und besprochen, was in diesem Jahr in unseren Fenstern geschehen soll“, berichtet der 42-Jährige, dem eines ganz wichtig ist: „Die Eisenbahn darf nicht fehlen, sonst ist mein Sohn enttäuscht.“ Gerhold weiß um die Bedeutung und Wirkung der Weihnachtsdekoration, die seit Geschäftsgründung Mitte der 80er-Jahre die Menschen Jahr für Jahr aufs Neue verzaubert.

„Meine Mama hat das immer mit viel Liebe gemacht und alles in ihren Dekorationen verarbeitet, was zu den Geschichten passte, die sie erzählen wollte.“ Man merkt Gerhold an, wie wichtig es ihm ist, die Tradition seiner Mutter fortzuführen. „Uns allen liegt das sehr am Herzen, auch meinem Bruder Christopher und unserem gesamten Team“, freut sich Gerhold, der deshalb auch diesmal wieder Diana Solf aus ihrer neuen Heimat im Raum Hannover für ein Wochenende zurück nach Fritzlar geholt hat. „Sie hat viele Jahre gemeinsam mit meiner Mutter unsere Fenster dekoriert, weiß wie keine andere, worauf es ankommt und kennt sich im riesigen Materialfundus so gut aus wie sonst keiner.“

Solf selbst spricht von „wunderschönen Abenden“, die über all die Jahre weit mehr gewesen seien als Arbeit. „Erika und ich hatten immer viel Spaß, wir haben das regelrecht zelebriert“, erinnert sich die 45-Jährige. „Wir haben uns so sehr gefreut, wenn die ersten Kinder kamen und ihre Nasen am Fenster platt gedrückt haben, genau das möchte ich gern bewahren, auch wenn Erika nicht mehr dabei sein kann.“

Gemeinsam hätten sie jedes Jahr mindestens ein neues Stück eingebaut, sagt die Dekoexpertin und platziert nach Tausenden von Einzelteilen zur Krönung den diesjährigen Neuzugang in der zauberhaften Schaufensterwelt: eine kleine Schaukel. „Die hätte Erika auch gefallen“, ist sie sicher und freut sich, die Schaukel mit Einschalten des Stroms nachts um 1 Uhr zum Leben zu erwecken. „Fertig“, freut sie sich, während an allen Ecken und Enden die Lämpchen zu leuchten, Züge zu fahren und allerlei mehr sich zu bewegen beginnt – wie auch das Kinderkarussell, das im Winterwunderland nun seine Runden dreht. (Sascha Hoffmann)

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