„Ganz großes Kino“

Aktionstag der Polizei in Fritzlar: Einblick in den Traumberuf

Wie viele Patronenhülsen sind da wohl im Glas? Polizistin Michelle Wiel (links) hilft Teilnehmer Fabio Hillebrand beim Schätzen und gibt nebenbei wertvolle Tipps rund um die Ausbildung bei der Polizei.
+
Wie viele Patronenhülsen sind da wohl im Glas? Polizistin Michelle Wiel (links) hilft Teilnehmer Fabio Hillebrand beim Schätzen und gibt nebenbei wertvolle Tipps rund um die Ausbildung bei der Polizei.

Zum Aktionstag „Polizei Hessen – Ganz großes Kino“ des Polizeipräsidiums Nordhessen auf dem Gelände am Fritzlarer Kino Cine-Royal waren rund 100 Besucher gekommen.

Links die überdimensionale Werbung für den bald startenden Star Wars-Streifen, rechts die für Hollywoods neuen Film mit Will Smith, und dazwischen ein riesiges Poster mit hessischen Polizisten, die sich unter dem Titel „Mit Blaulicht in die Zukunft“ so präsentieren, als wollten sie ihren berühmten Traumfabrik-Kollegen an den Kinokassen Konkurrenz machen.

Doch weit gefehlt, die nordhessischen Ordnungshüter haben am Samstag das Areal rund ums Fritzlarer Cine-Royal kurzerhand zur Nachwuchszone erklärt, um unter dem Motto „Ganz großes Kino“ an 13 Stationen auf nicht alltägliche Art und Weise über die Ausbildungsmöglichkeiten bei der Polizei zu informieren. „Fast 100 Interessierte sind gekommen, nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene“, sagt Yvonne Winter, beim Polizeipräsidium Nordhessen zuständig für die Einstellungsberatung.

Waffen gehören zur Dienstausrüstung von Polizisten. Beim Aktionstag in Fritzlar zeigen Yvonne Winter (links) und Markus Janzow (rechts) den Teilnehmern, worauf sie im Umgang mit den Dienstwaffen achten müssen.

Kreativität sei eben auch bei der Polizei gefragt, denn die stehe vor einem großen Problem. „Wir haben in den nächsten drei bis fünf Jahren eine riesige Pensionierungswelle, und die reißt natürlich große Löcher in unsere Reihen, sodass wir jetzt dringend auf Nachwuchs angewiesen sind“, sagt Winter und begründet, warum es sich lohnt, sich für eine Ausbildung bei der Polizei zu entscheiden: „Es ist ein mega-spannender, vielseitiger und unglaublich abwechslungsreicher Job mit jeder Menge Nervenkitzel.“

Aktionstag der Polizei in Fritzlar: Teilnehmer bekommen Einblick in Berufsfelder

Nervenkitzel liefern nicht nur die vierbeinigen Mitglieder der Diensthundestaffel, die eine Vorführung geben, sondern auch das Spezialeinsatzkommando, dessen Arbeit so geheim ist, dass auf Fotos verzichtet werden muss. Markus Janzow und Jutta Manschke vom Einsatz- und Schießtraining erklären das Dienstequipment und bieten an, es unter Aufsicht auszuprobieren.

Schwere Westen, Helme und Waffen wirken respekteinflößend, nehmen aber auch eventuell vorhandene Ängste, denn: „Hier sieht man, wie gut die Einsatzkräfte ausgestattet sind“, sagt Teilnehmer Marek Klingebiel aus Kassel, der sich intensiv mit seinem Traumberuf auseinandersetzt und bereits ein Praktikum bei der Polizei absolviert hat.

Will zur Polizei: Marek Klingebiel aus Kassel.

Vor dem sportlichen Teil des Einstellungstests hat er sich bis zum Aktionstag gefürchtet: „Ich war mir nicht sicher, ob ich hier eine Chance habe, doch ich konnte es nun ausprobieren und mir fehlten nur ein paar Sekunden, mit ein bisschen gezieltem Training sollte das also zu schaffen sein.“

Der 17-Jährige hat nun einen guten Einblick in den Nervenkitzel der Polizeiberufe erhalten, der eben nicht nur „großes Kino“, sondern am Ende des Tages purer Ernst sein wird – anders als in den Hollywood-Filmen.

Info: karriere.polizei.hessen.de

Von Sascha Hoffmann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.