33-Jähriger soll seine Kinder misshandelt haben

Prozessauftakt in Fritzlar: Angeklagter erinnert sich nur mühsam

Fritzlar. Wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung sowie Misshandlung von Schutzbefohlenen steht ein 33-jähriger Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis vor Gericht. 

Die Familie mit zehn Kindern wurde schon länger von der Behörde mit Hilfskräften, sogenannten Notmüttern, unterstützt. Die Kinder wurden nach Bekanntwerden der Vorwürfe noch aus dem Hort abgeholt und auf verschiedene Pflegestellen verteilt. Anzeichen von Gewalt hatte es bis dahin nicht gegeben.

Um so mehr erschüttern nun die Schilderungen der Staatsanwaltschaft. Da wurde mit „Fass!“ der Rottweiler auf ein Kind gehetzt, einem Jungen der Kopf in die Kloschüssel gedrückt, auf einem kleinen Mädchen, fest in einen Teppich gerollt, herumgesprungen.

Bereits im vergangenen Jahr gab es in dieser Sache einen langen Verhandlungstag. Am Ende hatte der Angeklagte plötzlich erwähnt, dass er drogenabhängig sei. Das musste geklärt werden. Nun sitzt dem neu gebildeten Gericht ein Gutachter bei.

Der Beschuldigte befindet sich stationär in Therapie. Er hatte alles genommen von Alkohol über Tabletten bis Heroin. Mit 18 hatte er die 15 Jahre ältere, schwangere Frau kennengelernt. Fünf Kinder gab es bereits. Ebensoviele kamen als gemeinsame Kinder in den nächsten Jahren dazu.

Der Vater kümmerte sich um alles im Haushalt. Die Erziehung schien ihm bereits entglitten zu sein. Zudem arbeitete er als Metzger in einem Supermarkt von 7 bis 22 Uhr. Nur mit den Drogen hielt er den Stress durch.

Äußerst mühsam scheint er sich an die vorgehaltenen Taten zu erinnern. „Es ist möglich“, sagt er immer wieder nach eindringlicher Befragung.

Die geladenen Zeuginnen, fachlich kompetent, hatten die Familie über Jahre betreut und nie Auffälliges festgestellt. Zuletzt berichtet eine Pflegemutter, bei der seit zwei Jahren drei der Kinder leben. Dem Vater wurde der Umgang entzogen. Doch auch die Mutter hat sich nie wieder gemeldet, auch nicht zu den Geburtstagen.

Sichtlich bedrückt sehen die Verfahrensbeteiligten dem nächsten, im Februar festgelegten Termin entgegen. Dann müssen die Kinder vernommen werden. So verlangt es das Gesetz.

Von Michael Meinicke

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