Strenge Regeln für Gottesdienste

Anmelden für Weihnachten im harten Lockdown: Fritzlarer Dom trotzt Corona mit ungewöhnlichen Formaten

Auch im Dom wird es in diesem Jahr anders sein: Kaplan Kai Scheffler will den Gottesdienstbesuchern an Weihnachten das Gefühl vermitteln, dass sie auch in der Coronakrise nicht allein sind.
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Auch im Dom wird es in diesem Jahr anders sein: Kaplan Kai Scheffler will den Gottesdienstbesuchern an Weihnachten das Gefühl vermitteln, dass sie auch in der Coronakrise nicht allein sind.

Der harte Lockdown ist beschlossen. Weihnachten soll dennoch möglich sein. Die Domgemeinde in Fritzlar will dem Coronavirus mit ungewöhnlichen Formaten trotzen. Kaplan Kai Scheffler lässt sich vom Ausnahmezustand nicht entmutigen.

Fritzlar – Die Gottesdienste im Fritzlarer Dom sind stets gut besucht. Doch: An keinem Tag des Jahres ist auch der große Dom St. Peter so voll wie an Heiligabend. Dann sind alle 400 Sitzplätze belegt – dicht an dicht sitzen die katholischen Gläubigen dann normalerweise. In diesem Jahr aber überschattet die Corona-Pandemie das Fest. Gottesdienstbesucher mussten sich für die Christmette und die Weihnachtsgottesdienste anmelden. „Diesmal werden nur ein Drittel der Besucher dabei sein können“, sagt Kaplan Kai Scheffler. Und weil die Gottesdienste an den Feiertagen so beliebt sind, gibt es schon keine freien Plätze mehr dafür. „Die Nachfrage war groß“, sagt Scheffler.

Doch auch wenn der Kaplan bemüht ist, die Corona-Krise möglichst in seiner Predigt außen vor zu lassen, damit die Menschen zumindest dann ein Stück des gewohnten Rituals erleben können, spielt Corona eben doch eine große Rolle bei der Gestaltung der Messen. Sicherheitsabstände müssen eingehalten und Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Beim Abendmahl, das es eigentlich aus der Hand des Kaplans geben würde, gilt es nun, ebenfalls Abstand zu halten. Die Dauer der Gottesdienste werde zudem etwas verkürzt, erklärt der Kaplan. Und: Gesungen werden darf nicht, um die Verteilung der gefährlichen Aerosole im Raum zu behindern. Das bedeutet zugleich, dass weder Domchor noch Posaunenchor für die gewohnt festliche Stimmung sorgen können. „Es wird vieles anders sein und das alles ist insgesamt wahnsinnig belastend für alle“, so Scheffler.

Doch hätte sich in der Krise auch „etwas Wunderbares entwickelt“, sagt er. Denn verschiedene Gremien der Domgemeinde seien besonders aktiv und kreativ geworden, um den Menschen Angebote zu machen.

Unter anderem wird die Christmette per Livestream auf die Internetseite der Domgemeinde übertragen. Es gibt alternative Krippenspiele mit Andachten im Freien auf dem Campus der Ursulinenschule und in Ungedanken. Auch dafür müsse man sich anmelden, doch gebe es reichlich Platz, so Scheffler. In der „offenen Kirche“ im Dom kann man sich am 24. Dezember zwischen 14 und 17 Uhr die Weihnachtsgeschichte selbst erschließen. Dieses Angebot richte sich besonders an Kinder, aber eben nicht nur. Und es gibt an den Adventssonntagen um 9 Uhr Andachten für Kinder. Trotz der Einschränkungen wird einiges geplant.

Ob all die Pläne bis Weihnachten Bestand haben wird, bleibt abzuwarten. In der Fritzlarer Domgemeinde hofft man darauf, dass man auch im harten Lockdown zumindest ein wenig Weihnachten feiern kann. (Von Maja Yüce und Daria Neu)

An Heiligabend finden – Stand jetzt – die Christmetten im Fritzlarer Dom (18 und 22 Uhr), in Ungedanken (21 Uhr) und in Wabern (18 Uhr) statt. Am 1. Weihnachtsfeiertag ist im Dom jeweils ab 10.30 Uhr und ab 18 Uhr ein Gottesdienst geplant. Am 2. Weihnachtsfeiertag gibt es Gottesdienste in Ungedanken (9 Uhr) und im Fritzlarer Dom (10.30 und 18 Uhr). Eine Aktion ist an Heiligabend außerdem in Wabern geplant: Schlepper sollen je drei Standorte abfahren, um dort eine Andacht abzuhalten (15.30, 16.15 und 17 Uhr). Infos gibt es beim Pfarrbüro unter Tel. 0 56 22 / 9 99 90.

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