Seit einem Jahr Kampf gegen den Krach

Interessengemeinschaft Lärmschutz A49: Kampf gegen lauten Asphalt

Erster Erfolg der Protestbewegung im Februar: Die Interessengemeinschaft Lärmschutz A49 hatte damals 1000 Unterschriften gesammelt gegen den Lärm der Autobahn. Dahinter der Teil von Holzhausen/Hahn, der besonders stark leidet. Archivfoto: Zerhau/nh

Holzhausen/Hahn. Die Menschen in Holzhausen sind wütend. Sie fragen: „Uns ist es zu laut. Warum tut keiner etwas dagegen?"

Sie sprechen von Lärmwillkür der Straßenbauverwaltung Hessen Mobil und kündigen an: „Wir machen weiter Druck!"

Seit über einem Jahr kämpft die Interessengemeinschaft Lärmschutz A 49 (IgL) für eine Verbesserung der Situation, unter der die lärmgeplagten Bewohner des Edermünder Ortsteils vor allem seit der Fahrbahnsanierung im Jahr 2010 leiden. Bei der Bürgerversammlung am Montagabend berichtete IgL-Sprecher Günther Schumann über Erreichtes und Rückschläge.

Das Ärgernis:

Die vielfältigen Bemühungen, an relevante Daten über Verkehrsaufkommen, Lärmwerte etc. zu kommen, scheiterten laut IgL an Hessen Mobil. Das Management der Behörde sei miserabel, sagte Schumann, man vermisse, dass dort für die Menschen gearbeitet werde. Alle bisher gelieferten Zahlen seien nicht belastbar, unglaubwürdig, widersprächen sich. Auf Anfragen und Schreiben erhalte man keine Reaktion, geschweige denn Antworten.

Das wurde erreicht:

Dank vielfältiger Aktivitäten und nicht nachlassendem Druck, auch durch Kontakte und Schreiben von Politikern der Region, gibt es jetzt nach einer erneuten Lärmberechnung für deutlich mehr Häuser als zuvor einen Anspruch auf passiven Lärmschutz, etwa durch Lärmschutzfenster. Zudem habe Hessens Verkehrsminister Al-Wazir zugegeben, dass bei der Fahrbahnsanierung der Einbau einer lärmarmen Deckschicht unterblieben sei. An dieser Stelle sah auch Bürgermeister Thomas Petrich eine Chance für eine juristische Lösung.

Wichtigste Ziele:

Höchste Priorität hat für die Edermünde die schnell zu realisierende Anordnung eines Tempolimits auf 100 km/h für Autos auf der betroffenen Strecke durch Holzhausen. Damit könne man sofort eine deutlich bemerkbare Lärmminderung um 2 dB(A) erreichen. Letztlich verlange man die Auswechslung des grobkörnigen Asphalts, der für die lauten Fahrgeräusche verantwortlich sei.

Schumann appellierte an alle Holzhäuser, sich weiter zu engagieren, sich gemeinsam zu wehren. Petrich unterstützte das: „Wir brauchen Druck auf dem Kessel“, sagte auch er. Das Dorf müsse hinter den Forderungen stehen, nur dann tue sich auch etwas.

Von Ulrike Lange-Michael

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