16 Asylbewerber in Fritzlar begrüßt - Unterstützerkreis mit vielen Ideen

Ein Fußball zur Begrüßung: Den Ball hatte Bürgermeister Hartmut Spogat für Ismael (vorne Mitte) mitgebracht. Auch Rica Kausen vom Unterstützerkreis freut sich über das Geschenk. Foto: Laumann

Fritzlar. Sie lachen, gehen auf jeden zu, geben die Hand und bedanken sich immer wieder: 16 Asylbewerber wurden am Dienstag von Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat in der Alten Waage offiziell begrüßt.

„Wir wollen in Fritzlar eine Willkommenskultur pflegen“, erklärt der Bürgermeister. Fritzlar wolle den Menschen helfen, sich zu integrieren. Ein Team aus Vertretern der Stadt, von Kirchen, Schulen sowie weitere Ehrenamtliche, mache sich seit Monaten Gedanken, „wie wir Ihnen ein herzliches Willkommen bereiten können“.

Am Dienstag gab es als erst einmal einen Stadtspaziergang mit anschließender Kaffeerunde. Seit sechs Wochen leben die Flüchtlinge, die überwiegend aus Somalia stammen, in Fritzlar. Wie Bürgermeister Spogat erklärte, wohnen sie in einem Haus an der Kaiser-Heinrich-Straße. Insgesamt seien in der Domstadt etwa 30 Flüchtlinge untergebracht.

Auch wenn die zehn alleinstehenden Männer und zwei Familien erst seit wenigen Wochen in Fritzlar leben: In Deutschland sind viele von ihnen schon seit zwei oder mehr Jahren. „Zuletzt waren sie in Treysa, Schwarzenborn und Wernswig untergebracht“, wie Antonia Reitz erklärt. Sie ist Orientierungshelferin beim Schwalm-Eder-Kreis und kümmere sich um die Probleme der Flüchtlinge.

Und da kommt die Sprache ins Spiel: Einen 50-stündigen Deutschkurs haben die Flüchtlinge bereits absolviert. Nun gelte es, dieses Wissen zu vertiefen. „Es haben sich schon Ehrenamtliche gemeldet, die unterrichten wollen“, sagt Renate Brösamle-Hesse.

Die Sprache ist für Bürgermeister Spogat der Schlüssel zur Integration. „Wir wollen später auch das Nachholen von Schulabschlüssen erreichen“, sagt er. Einige der Flüchtlinge haben studiert. Aufgabe sei es, diese Fachkräfte in Arbeit zu bringen.

Auch in die Vereine sollen die neuen Einwohner integriert werden. „Einige haben schon Verbindungen aufgenommen und spielen im Sportverein“, freut sich Spogat.

Renate Brösamle-Hesse und Rica Kausen vom Unterstützerkreis haben noch viel mehr Ideen, wie Flüchtlinge und Fritzlarer voneinander profitieren könnten. Ihnen schwebt etwa so genanntes Tandem vor: Fritzlarer zeigen den Flüchtlingen ihre Stadt, ihre Kultur und ihren Alltag. „Wir müssen ein Verständnis füreinander schaffen“, erklärt Brösamle-Hesse.

Kulinarisch ist solch ein Tandem am Dienstag bereits geglückt: Während die Gastgeber für Apfel- und Marmorkuchen in der Alten Waage gesorgt hatten, brachten die Eingeladenen mit Kartoffeln und Fisch gefüllte Teigtaschen nach somalischem Rezept mit.

Kontakt: Der Unterstützerkreis sucht weiter Einrichtungsgegenstände für die Wohnung der Flüchtlinge. Wer etwas beisteuern möchte, kann sich an Rica Kausen unter Tel. 0162-9124788 wenden. 

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