E-Mobilität und Klimawandel

Knöllchen nach dem Ladevorgang: E-Autofahrerin erlebt ärgerliche Überraschung

Katy Weber aus Niedenstein steht von einer Ladesäule für E-Autos.
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Hat ein Knöllchen bekommen, als sie ihr E-Auto in Fritzlar geladen hat: Katy Weber aus Niedenstein.

Wer sein E-Auto an einer Ladesäule auflädt, zahlt keine Parkgebühren. Das dachte sich zumindest eine Frau aus Niedenstein - doch dann erlebte sie eine Überraschung.

Fritzlar/Niedenstein – Eine ärgerliche Überraschung erlebte Katy Weber aus Niedenstein kürzlich bei einem Besuch in Fritzlar. Sie hatte ihr E-Auto an der Ladesäule zwischen Busbahnhof und Hospital angeschlossen. „Als ich dann wieder zu meinem Auto kam, fand ich einen Zettel vom Ordnungsamt an der Windschutzscheibe.“ Der Vorwurf: Weber habe ihr Auto ohne Parkschein auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz abgestellt.

Jetzt soll die Niedensteinerin zehn Euro zahlen – und hat Widerspruch gegen das Knöllchen eingelegt. Um das Geld für den Strafzettel geht es Weber nicht, betont sie. Stattdessen wolle sie eine Debatte anstoßen. „Auch wenn die Beschilderung an diesem Parkplatz sehr verwirrend ist, bin ich selbst schuld, dass ich den Strafzettel bekommen habe“, sagt die Niedensteinerin. Sie ärgert etwas anderes viel mehr: „In vielen anderen Städten fallen für das Laden keine zusätzlichen Parkgebühren an.“ Mancherorts könne man mit dem E-Auto sogar auch ohne zu laden kostenfrei parken.

Parken in Fritzlar kostet - Stadt Kassel geht bei E-Autos anderen Weg

In Kassel beispielsweise reicht eine Parkscheibe, mit der E-Auto-Besitzer anzeigen, seit wann sie auf diesem Parkplatz stehen. Das sieht Weber als Beitrag der Kommunen zum Gelingen der Verkehrswende an.

So argumentiert Weber auch in einer Mail, mit der sie sich an die Fritzlarer Stadtverwaltung wendet. In ihrem Schreiben heißt es weiter: „Ich parkte nicht an der Ladesäule ohne Parkschein, sondern lud mein E-Fahrzeug, welches Teil der Verkehrswende in Deutschland, Europa und der Welt ist.“ Weber sieht es als Benachteiligung für Fahrer von E-Autos an, wenn während des „Tankens“ zusätzliche Parkgebühren anfallen.

Wer zu lange steht, müsse ohnehin Gebühren bezahlen, sagt Weber. Betrieben werden die Ladesäulen in Fritzlar von der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF). Wie viele Anbieter belastet auch die EWF Kunden, die zu lange an den Ladesäulen stehen, mit Blockiergebühren. So ist sichergestellt, dass niemand andere Autofahrer vom Laden abhält.

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Fritzlars Bürgermeister sieht keinen Grund für gebührenfreies Parken von E-Autos

Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat sieht keinen Grund dafür, dass E-Autos in Fritzlar auf gebührenpflichtigen Parkplätzen kostenfrei parken sollten. Auch nicht während eines Ladevorgangs. „Bei allen Parkplätzen im Zentrum beziehungsweise in der Innenstadt soll möglichst eine hohe Fluktuation des kurzfristigen Parkens zum Erreichen von Handel, Gewerbe oder Dienstleistern geboten werden“, sagt der Bürgermeister.

Im Zuge einheitlicher Parkraumbewirtschaftung würden alle Parkenden gleichberechtigt behandelt. Dazu zählten auch Kraftfahrzeuge mit Elektroantrieb. Die Parkgebühren seien ohnehin sehr niedrig. „Fritzlar muss einen Vergleich zu anderen Städten nicht scheuen.“ Außerdem seien die E-Autos bereits bevorzugt, da auf den Parkplätzen vor den Ladesäulen keine Fahrzeuge parken dürften, die ausschließlich mit fossilen Brennstoffen betrieben werden.

Eine Rückmeldung auf ihren Widerspruch hat Katy Weber bislang nicht erhalten. Aus dem Rathaus heißt es, dass dieser in Bearbeitung sei. (Daniel Seeger)

In der Vergangenheit sorgte bereits eine andere Ladestadtion für E-Autos im Schwalm-Eder-Kreis für Ärger.

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