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Baby lernt Retter kennen: Leis (14) leistete Erste Hilfe für Mutter und Kind

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Von: Christine Thiery

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Die Rettung durch Leis Omeish aus Fritzlar kam für das Baby in letzter Minute. Nun lernte das Neugeborene seinen Retter persönlich kennen.

Fritzlar – Erste-Hilfe-Kurse können helfen, Leben zu retten. Das beweist die Geschichte von Leis Omeish: Der 14-Jährige hat vor einigen Wochen der damals hochschwangeren Kerstin Münch mit seiner umsichtigen Art geholfen, als er spontan Erste Hilfe leistete und veranlasste, dass ein Krankenwagen gerufen wurde. Die Schwangere wurde dann im Hospital zum Heiligen Geist durch einen Notkaiserschnitt entbunden, der ihr und Tochter Sophia Tanja das Leben rettete.

Kerstin Münch hatte nach dem Jungen gesucht, weil sie sich bedanken wollte. Mithilfe des HNA-Artikels fand sie ihn und konnte jetzt ihren Retter gemeinsam mit Baby und Ehemann Joachim besuchen. „Es waren bewegende Momente“, sagt Leis. „Als sie sagte, dass ich ihr Leben gerettet habe, habe ich geweint.“ Der Arzt hätte ihr gesagt, dass die Zeit sehr knapp gewesen sei. Fünf Minuten später und Mutter und Kind hätten vermutlich nicht überlebt.

Retter aus Fritzlar: Kurs des Deutschen Roten Kreuzes bereitete Leis vor

Eine Stunde lang haben sich die beiden unterhalten, alles Revue passieren lassen. Leis berichtet, wie er damals zur Rettung kam. Er habe als Beifahrer vom Auto aus eine hochschwangere Frau gesehen, die am Straßenrand saß und sich vor Schmerzen krümmte. Es sei ihr sehr schlecht gegangen. Daher habe er seinen Vater gebeten, sofort das Auto anzuhalten und stieg aus, um zu helfen. Er sprach die Schwangere an und lagerte sie in der stabilen Seitenlage, ganz so wie er es gelernt hatte. Außerdem bat er eine Passantin, Silvia Ganz, einen Krankenwagen zu rufen, weil er zu dieser Zeit kein Handy hatte.

Leis blieb bei der Schwangeren und versuchte, sie ansprechbar zu halten. Auch das hatte er in dem Erste-Hilfe-Kurs in der Anne-Frank-Schule noch vor ein paar Monaten gelernt. Dieser Kurs, den die Schule gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz anbot, hat dann wahrscheinlich einen großen Teil dazu bei getan, dass der Schüler der achten Klasse so schnell und umsichtig handelte. „Man ist einfach sensibilisiert und weiß dann zum Glück auch was man in einem Notfall tun muss“, sagt er.

Die Familie bedankt sich beim Retter: Kerstin und Joachim Münch mit Baby Sophia-Tanja besuchten ihren Retter Leis Omeish.
Die Familie bedankt sich beim Retter: Kerstin und Joachim Münch mit Baby Sophia-Tanja besuchten ihren Retter Leis Omeish. © Christine Thiery

Große Hilfsbereitschaft: Leis aus Fritzlar will Arzt werden

Er sei ganz erstaunt gewesen, wie viele Autos einfach vorbei fuhren, obwohl sie genau wie er beobachten konnten was dort auf dem Bürgersteig passierte. Nachdem der Krankenwagen da war, ist Leis dann wieder mit seinem Vater weggefahren, um die Schwester aus dem Kindergarten abzuholen. Er hatte dann keinen Kontakt mehr zu der Frau, wusste auch nicht, wer sie war. Leis erzählte von dem Erlebnis dann einem Freund. Dessen Eltern hatten darüber in der Zeitung gelesen und machten ihn darauf aufmerksam, dass Kerstin Münch nach ihm suche und er sich bei ihre melden könne. Gesagt, getan.

Kerstin Münch ist froh, sich bei ihrem Retter bedanken zu können. Sie seien sehr freundlich von der Familie empfangen worden und hätten dort eine schöne Zeit verbracht. Die Familie stammt aus Damaskus in Syrien und kam vor sieben Jahren nach Deutschland. „Alle sind total nett“, sagt Münch. Leis Omeish ist ein ehrgeiziger junger Mann, er träumt davon Abitur zu machen und will Arzt werden. Seine große Hilfsbereitschaft hat er bereits unter Beweis gestellt. (Christine Thiery)

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