Kaum Trainingsmöglichkeiten

Bangen um Freibadsaison: Rettungsschwimmer fehlen nicht nur in Fritzlar 

Symbol: Freibad Frielendorf
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Symbol: Freibad Frielendorf

Bangen um die Freibadsaison in Fritzlar: Die Coronafallzahlen sinken „und wenn es so weitergeht, könnten wir noch im Juni unser Freibad wieder öffnen“, teilt die Stadt Fritzlar mit. Allerdings gebe es ein großes Problem: „Uns fehlen noch immer die nötigen Rettungsschwimmer.“

Von drastisch reduzierten Öffnungszeiten ist die Rede und sogar davon, dass das Eder-Auen-Erlebnisbad sogar ganz geschlossen bleiben müsste.

Doch gibt Hauptamtsleiter Matthias Bode auf HNA-Anfrage eine erste Entwarnung: „Aktuell sieht es so aus, dass eine Öffnung möglich ist.“ Grund dafür sei, dass sich zwei Personen gemeldet hätten, die als Rettungsschwimmer in Fritzlar arbeiten könnten. Sie würden dann als Saisonkräfte die drei städtischen Fachangestellten für den Badebetrieb unterstützen. Doch sei man weiterhin auf der Suche nach Rettungsschwimmern. Um die gewohnten Öffnungszeiten anbieten zu können, benötige man bis zu fünf zusätzliche Kräfte.

„Ganz vorsichtig geplant haben wir einen möglichen Start am 12. Juni“, sagt Bode. Die Vorbereitungen laufen bereits, die Becken seien voll und das Wasser werde nun beheizt. Allerdings hänge die Öffnung nicht nur von der Peronalsitution sondern auch von der Entwicklung der Coronafallzahlen ab, sagt Bode.

Nicht nur in Fritzlar wird derzeit nach Rettungsschwimmern gesucht. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft meldet, dass hessenweit über 400 Rettungsschwimmer fehlen. Eine Situation, die für Jürgen Elborg, Vorsitzender der DLRG Schwalm-Eder, keine Überraschung ist. Im Landkreis gebe es gleich mehrere Gründe dafür: Vor allem mangele es an Trainingsmöglichkeiten. „Fast alle Hallenbäder sind dicht“, sagt er. „Sie werden über Jahre renoviert oder gar abgerissen.“ Die praktische Ausbildung in den zwölf Ortsgruppen sei nahezu zum Erliegen gekommen. Hinzu komme, dass nicht jedes Freibad geeignet sei. Ausreichend Wassertiefe und ein Sprungturm müssten vorhanden sein. Auch die Coronakrise wirke sich aus – verkürzte Freibadsaison, erschwerte Bedingungen durch Hygienekonzepte. Zudem gebe es weniger Interessenten für die anspruchsvolle Ausbildung zum Rettungsschwimmer. „Wo Rettungsschwimmer drauf steht, muss auch einer drin stecken. Sie tragen Verantwortung für Menschenleben“, sagt Elborg. Viele Leute hätten zwar Lust auf Spaß im Bad, aber immer weniger seien bereit, Verantwortung zu übernehmen.

Kernaufgabe der DLRG

Der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) im Schwalm-Eder-Kreis gehören rund 2800 Mitglieder in zwölf Ortsgruppen an. Die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildungen gehören zu den Kernaufgaben der DLRG. Um Rettungsschwimmer zu werden, benötigt man eine gewisse Grundkondition. Die Ausbildung dauert 16 Schulstunden. Es gibt eine theoretische und eine praktische Prüfung. Außerdem ist ein Erste-Hilfe-Kurs Voraussetzung. 

Von Maja Yüce

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