Ein Bauherr mit viel Mut: Roger Fuchs verwandelt Hof in Wohnhaus

Bewies viel Mut und Energie: Roger Fuchs hat einen ehemaligen Hof in der Ortsmitte von Niederbeisheim in die Gaststätte „Alter Sonnenhof“ sowie in ein Wohn- und Geschäftshaus verwandelt. Foto: Thiery

Niederbeisheim. Roger Fuchs ist hauptberuflich Elektromeister. Nebenberuflich aber ist er ein Visionär und seit kurzem auch Wirt.

Der 46-jährige Niederbeisheimer hat vor zwei Jahren einen unter Denkmalschutz stehenden Hof in der Rengshäuser Straße in Niederbeisheim gekauft und umgebaut. Er hat in zwei ehemaligen Scheunen einen großzügigen Gastraum geschaffen, in dem Hochzeiten und Partys gefeiert werden. Er investierte in Scheune, Hof und Wohnhaus, gefördert wurde dies aus dem Programm Stadtumbau West.

Der umgestaltete Hof aus dem 19. Jahrhundert ist neben der Stuhlfabrik in Remsfeld das zweite Projekt in der Gemeinde Knüllwald im Programm Stadtumbau West.

„Die Möbel und die Theke sind vom Schreiner. Sie alle sind aus Holz gefertigt, das aus dem Knüll stammt.“

Sein Architekt habe ihn auf die Idee gebracht, sich finanzielle Unterstützung zu holen, sagt der Elektromeister mit eigener Firma. Fuchs hatte Pläne für den Hof gemacht, weil er dort das Lager seiner Firma unterbringen wollte. Ein Neubau wäre teurer geworden, sagt er.

Vielleicht noch Gästezimmer

Aus der Scheune wurde mit viel Eigenleistung ein großzügiger Gastraum im rustikalen Stil mit Galerie, eine Terrasse lädt zum Draußensitzen ein. „Die Möbel und die Theke sind vom Schreiner, alles ist aus Holz gefertigt, das aus dem Knüllwald stammt“, sagt Fuchs. Bei Feiern liefern Caterer aus der Region das Essen an. Eine Küche ist in Planung.

Der Vorher-Nachher-Effekt: So sah der Alte Sonnenhof aus, bevor Roger Fuchs das Gebäude saniert hat. Wo sich früher das große braune Scheunentor befand, ist heute der Eingang in den Gastraum. Foto: privat

Im Dachgeschoss könnten Zimmer für Übernachtungsgäste ausgebaut werden. „Der gesamte Umbau entstand innerhalb eines Jahres“, sagte Fuchs. Insgesamt sind es 680 Quadratmeter Raumfläche, die er umgestaltet hat. Freunde, Familie - alle packten mit an. Leonore Pressler ist die ehemalige Inhaberin. Sie lebt weiter in dem Wohnhaus nebendran, das inzwischen auch saniert wurde. Ihr sei es wichtig gewesen, dass das Gehöft, das bis in die 90er-Jahre ein landwirtschaftlicher Betrieb war, weiter sinnvoll genutzt wird, erzählt Fuchs.

Er hat eine weitere Wohnung im Haus geschaffen und inzwischen vermietet. Die Gebäude wurden außen saniert, der große Hof gepflastert, außerdem zog auch der Elektrobetrieb ein. All das stelle für das Dorf eine Verbesserung dar: Der Hof verfalle nicht weiter und der Ortskern werde neu belebt, sagt Fuchs. Nun arbeitet er manchmal im Zweitberuf als Wirt, steht hinter der Theke, zapft Bier und legt Musik auf. „Die Investitionen müssen ja wieder rein kommen“, sagt er. Es entstanden zudem zwei Minijobs, denn mittlerweile hat der Alte Sonnenhof, so nennt er den Gastraum, auch von donnerstags bis sonntags ab 17 Uhr geöffnet.

Das Förderprogramm 

Das Programm Stadtumbau West soll dem demografischen Wandel entgegen wirken, sagte Jens Battenhausen von der Hessischen Landgesellschaft, die das Projekt in Niederbeisheim betreut.

Die Gemeinden seien berechtigt, Fördergeld an private Investoren weiter zu geben, die im Vorfeld einen Wirtschaftlichkeitsplan präsentierten. Die private Nutzung müsse sich rentieren, sagte er. Ähnliche Förderungen habe es früher schon im Städtebau für Privatpersonen gegeben.

Der Förderzeitraum dauert noch bis 2017, dann müssen alle Projekte abgeschlossen sein, sagt Erwin Wiegel von der Gemeinde Knüllwald. Weitere Projekte, außer dem Seniorenheim in der alten Stuhlfabrik, werde es in Knüllwald vorerst nicht geben.

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