Rosenmontagsumzug

Betonsperren sollen die Narren in Fritzlar schützen

Fritzlar. Für den Rosenmontagsumzug in Fritzlar gelten besondere Sicherheitsvorkehrungen. Unter anderem sollen Betonsperren eingesetzt werden. 

Nach dem Anschlag von Berlin gelten auch beim Fritzlarer Rosenmontagsumzug erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. Wenn am Montag, 27. Februar, die Narren feiern, werden Hauptverkehrsstraßen und Seitenstraßen gesperrt. Quer gestellte Lastwagen und Betonblöcke sollen verhindern, dass Fahrzeuge unerlaubt bis zum Festzug durchkommen. Derzeit gebe es jedoch keine Hinweise auf eine Gefährung, sagte Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat.

Hinweis: Wir übertragen den Rosenmontagsumzug aus Fritzlar per Livevideo. Hier gibt es alle Infos zum Livevideo der HNA.

„Wir sorgen dafür, dass beim Umzug alles Menschenmögliche getan wird, damit nichts passiert“, betont Eddernarren-Präsident Otto May. Sicherheit hat ihren Preis. Das haben die Karnevalisten bei den Gesprächen mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) erfahren. Seit Jahren kümmert sich das DRK um den Sanitätsdienst beim Umzug. Abgegolten wurde das bislang mit einer dreistelligen Spende sowie Speisen und Getränken.

Dieses Jahr sollten die Narren laut May 50.000 Euro für den Sanitätsdienst zahlen. „Wir waren schockiert. Wir sind ein gemeinnütziger Verein. Das können wir nicht aufbringen“, sagt der Präsident.

Nach einigen Gesprächen habe das DRK seine Forderungen zunächst auf 5000 und später auf 2800 Euro herunter geschraubt. „Wir wollten den Rosenmontagsumzug nicht sprengen“, sagt Thomas Jäger, 2. Vorsitzender des DRK Fritzlar. Es sei darum gegangen, einmal die Zahlen auf den Tisch zu legen. Das DRK wollte zeigen, wie viel ein solcher Einsatz kostet.

Der Verein habe bei seinen Berechnungen auf das Maurer-Schema gesetzt und war ursprünglich von 30.000 Besuchern ausgegangen. Für Fahrzeuge, Personal, Verpflegung und Notärzte käme da eine Summe von 50.000 Euro heraus.

Inzwischen hat die Stadt die Zahlen korrigiert. Sie rechnet mit 10.000 Besuchern. Das DRK wird wie im Vorjahr mit 20 Kräften im Einsatz sein.

Hintergrund: Das ist das Maurer-Schema

Das Maurer-Schema ist ein von Klaus Maurer entwickeltes Verfahren zur Risikobewertung bei Großveranstaltungen. Mit einer Rechenformel wird ermittelt, welches Gefahrenpotenzial von einer Veranstaltung ausgeht und wie viele Sanitäter vorgehalten werden sollten. Grundlage der Berechnung ist die Anzahl der maximal zulässigen und der erwarteten Besucher. Ihnen wird ein Punktwert zugeordnet. Die Punkte werden addiert und mit einem Wichtungsfaktor multipliziert. Er gibt die Gefahrneigung der Veranstaltung an. Zu dem berechneten Wert können noch Punkte für besondere Gefahren wie die Anwesenheit von Prominenten hinzukommen. 

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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