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Bezirkslandfrauenverein Fritzlar-Homberg wird 75 Jahre alt

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Von: Claudia Brandau

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Sie setzen sich für die Bezirkslandfrauen Fritzlar-Homberg ein: von links Beate Fiege aus Hundshausen (links) und Bärbel Damm aus Wichdorf (rechts) stehen nun den Bezirkslandfrauen vor. Rosel Brede aus Gudensberg (zweite von links) und Therese Engeland aus Zimmersrode unterstützen die neue Spitze, zu der auch Roswitha Loch aus Wehren gehört.
Sie setzen sich für die Bezirkslandfrauen Fritzlar-Homberg ein: von links Beate Fiege aus Hundshausen (links) und Bärbel Damm aus Wichdorf (rechts) stehen nun den Bezirkslandfrauen vor. Rosel Brede aus Gudensberg (zweite von links) und Therese Engeland aus Zimmersrode unterstützen die neue Spitze, zu der auch Roswitha Loch aus Wehren gehört. © Claudia Brandau

2023 wird ein besonderes Jahr für die Bezirkslandfrauen Fritzlar-Homberg: Sie feiern im Juni, an der Gudensberger Märchenbühne das 75. Bestehen des Vereins.

Fritzlar-Homberg – 2023 ist ein besonderes Jahr für die Bezirkslandfrauen Fritzlar-Homberg: Sie feiern am Samstag, 3. Juni, an der Gudensberger Märchenbühne das 75. Bestehen des Vereins, der nun auch nach vielen Jahren der Kontinuität einen Wechsel an der Spitze erlebte. Das Team von Bärbel Damm (Wichdorf), Beate Fiege (Hundshausen) und Roswitha Loch (Wehren) löst Therese Engeland aus Zimmersrode ab, die dem Fritzlar-Homberger Verband seit 2009 vorstand. Im Herbst stand ihr Abschied an: „Das Loslassen fiel leicht, denn ich wusste, dass die Arbeit gut weiterlaufen wird“, sagt die Zimmersröderin.

Sie füllten die komplette Fritzlarer Stadthalle: 500 Landfrauen aus dem Kreisteil Fritzlar-Homberg feierten im November 1998 das 50-jährige Bestehen ihres Verbandes in der Domstadt. In diesem Jahr steht der 75. Geburtstag an.
Sie füllten die komplette Fritzlarer Stadthalle: 500 Landfrauen aus dem Kreisteil Fritzlar-Homberg feierten im November 1998 das 50-jährige Bestehen ihres Verbandes in der Domstadt. In diesem Jahr steht der 75. Geburtstag an. © Privat

Dafür sorgen Beate Fiege, Bärbel Damm und Roswitha Loch nun zusammen mit sechs Beisitzerinnen. Die Verantwortung für den Bezirksverein, dem 19 Ortsvereine angehören, ist damit auf mehreren Schultern verteilt. Und immer ansprechbar ist neben Therese Engeland auch Geschäftsführerin Rosel Brede aus Gudensberg: „Die Landfrauenarbeit besteht aus viel mehr als aus dem Backen und Servieren von Kaffee und Kuchen“, betont Rosel Brede und erhält sofort von allen Zustimmung: „Es geht uns ums gute Miteinander von Frauen“, stellt auch Beate Fiege klar. Und dieses Miteinander wird getragen von vielem Frauenfragen: „Wir wollen interessante Themen für Frauen aller Generationen, Berufe und Lebensphasen aufgreifen“, sagt die Hundshäuserin.

Landfrauen kämpfen mit sinkenden Mitgliedzahlen

Dass das aber auch ein Balanceakt sein wird, ist dem neuen dreiköpfigen Vorstand bewusst. „Es ist oft ein Spagat, den wir zwischen den jüngeren und älteren Mitgliedern hinlegen müssen“, sagt Bärbel Damm: „Aber Ziel ist es, alle Bedürfnisse und Interessen zu erfüllen.“

Doch die vergangenen fast drei Coronajahre haben das oft unmöglich gemacht. Treffen waren selten, das Gewinnen von Nachwuchs und neuen Mitgliedern schwierig, Aktionen oft unmöglich.

Die Folgen sind bitter: Die Ortsvereine Bad Zwesten, Homberg und Kerstenhausen haben sich aufgelöst, die Zahl der Mitglieder im Bezirk ist erstmals auf unter 1000 Frauen gesunken. „Jetzt muss vieles neu belebt werden – wir haben doch alle die gleichen Interessen und Grundlagen“, sagt Beate Fiege. „Jede kann sich mit all ihren Talenten bei uns einbringen.“

Und genau darin liege auch die Antwort auf die Frage, für was die Landfrauen denn heute, inmitten der Zeiten ungezählter Angebote und Konkurrenzen, noch stehen: „Wir wollen Neues wagen und Altes bewahren“, sagt Rosel Brede. „Zeigen, dass wir offen sind für neue Dinge und dennoch alte Traditionen nicht vergessen.“

„Die Dörfer wären ärmer ohne die Landfrauen“, ist Bärbel Damm sicher: „Wir stehen in den Dorfgemeinschaften auf den selben festen Füßen wie die Feuerwehren.“

Sie gestalten das Leben auf dem Land mit

Und immer wieder fällt der Begriff der Gemeinschaft. Die zu bilden und zu führen wird nun die Aufgabe des neuen Teams an der Spitze sein. „Ich wünsche mir für unsere Vorstandsarbeit als Team von neun Frauen einen regen Austausch untereinander, klare Aufgaben für jede die Möglichkeit Meinung, Talente und Interessen mit einzubringen, stets ein offenes Ohr für die Belange der anderen und ein achtsames Miteinander“, sagt Beate Fiege. Das kommt gut an: „Dieser Wechsel an der Spitze ist auch ein Aufschwung für den Verband“, hofft Therese Engeland.

Tatsächlich wird der Verein viel Schwung brauchen: fürs Ausrichten des 75. Bestehens in diesem Jahr am 3. Juni, fürs Teilnehmen am Fritzlarer Hessentag im Mai 2024. „Das stellt alles eine große Herausforderung, aber zugleich auch eine große Chance dar“, sind sich die Frauen einig. Dass sie so stark aufs Miteinander setzen, bildet einen Gegenpol zum großen Thema der Einsamkeit, unter dem so viele Menschen in Pandemiezeiten leiden. Die Landfrauen setzen Zeichen dagegen, haben jedem Mitglied einen Brief geschrieben, die Wichdorfer Frauen backten und verteilten Plätzchen – alles Zeichen, dass keine in Vergessenheit gerät.

All das soll in den kommenden Monaten und Jahren immer weiter ausgebaut werden: Wer dabei sein will, das Leben auf dem Lande mitzugestalten, Kontakte auf- und Bildungsangebote anzunehmen, der ist bei den Landfrauen herzlich willkommen. Überall. (Claudia Brandau)

Geschichte der Landfrauen begann 1898 

Die ostpreußische Gutsfrau Elisabeth Boehm gründete 1898 den ersten „Landwirtschaftlichen Hausfrauenvereins“. Sie erkannte früh die Benachteiligung von Frauen und Mädchen in Bezug auf Ausbildung, Selbständigkeit und Weiterbildung. Zu den ersten Landfrauenvereinen zählten Bäuerinnen, heute hat sich die Mitgliederstruktur gewandelt. Willkommen sind alle Frauen, die die Lebensqualität von Frauen und ihren Familien durch Seminare, Kurse, Vorträge und Gemeinschaft verbessern wollen. (bra)

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